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Die Laktatazidosetherapie umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes durch erhöhte Laktatwerte. Sie zielt auf die Ursachenbeseitigung und Stabilisierung des Stoffwechsels ab.
Die Laktatazidosetherapie umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes durch erhöhte Laktatwerte. Sie zielt auf die Ursachenbeseitigung und Stabilisierung des Stoffwechsels ab.
Die Laktatazidosetherapie bezeichnet die medizinische Behandlung der Laktatazidose, einer schwerwiegenden Form der metabolischen Azidose. Bei der Laktatazidose reichert sich Laktat (Milchsäure) im Blut an, was zu einem gefährlichen Abfall des pH-Wertes führt. Ein pH-Wert unter 7,35 in Verbindung mit einem Laktatwert über 5 mmol/l gilt als klinisch kritisch und erfordert unverzügliches Handeln. Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung.
Die Laktatazidose wird klassischerweise in zwei Haupttypen unterteilt:
Die Symptome können unspezifisch sein und variieren je nach Schweregrad:
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Blutgasanalyse (BGA), ergänzt durch Laborwerte:
Die wichtigste Maßnahme ist die Beseitigung der Grundursache. Ohne Behandlung der auslösenden Erkrankung ist jede symptomatische Therapie nur vorübergehend wirksam:
Bei Typ-A-Laktatazidose steht die Verbesserung der Gewebeoxygenierung im Vordergrund. Dies kann eine Sauerstoffgabe, maschinelle Beatmung oder hämodynamische Stabilisierung umfassen.
Die Gabe von Natriumbikarbonat (NaHCO3) wird kontrovers diskutiert. Sie kann den pH-Wert vorübergehend anheben, die Grundursache jedoch nicht beseitigen. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine Bikarbonatzufuhr nur bei einem pH-Wert unter 7,15 und als Überbrückungsmaßnahme, da sie Risiken wie Hypernatriämie, paradoxe intrazelluläre Azidose und CO2-Anstieg mit sich bringt.
Bei schwerer Laktatazidose, insbesondere bei Nieren- oder Leberversagen sowie bei Metformin-Intoxikation, kann eine kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) oder Hämodialyse eingesetzt werden. Dadurch wird überschüssiges Laktat aus dem Blut entfernt und der Säure-Basen-Haushalt stabilisiert.
Patienten mit Laktatazidose werden in der Regel auf einer Intensivstation (ICU) behandelt. Kontinuierliches Monitoring von Vitalzeichen, Laktat, Blutgasen und Organfunktionen ist essenziell. Ziel ist die schrittweise Normalisierung des Laktats und des pH-Wertes.
Die Prognose der Laktatazidose hängt stark von der Grunderkrankung und dem Zeitpunkt der Behandlung ab. Eine rasch erkannte und behandelte Ursache, wie z. B. ein reversibler Schockzustand, kann vollständig überwunden werden. Schwere Formen, etwa im Rahmen eines Multiorganversagens, sind mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden. Regelmäßige Laktatmessungen dienen als wichtiger Verlaufsparameter.
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