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Leukotrienhemmer sind Medikamente, die entzündliche Botenstoffe (Leukotriene) blockieren. Sie werden vor allem bei Asthma und allergischem Schnupfen eingesetzt.
Leukotrienhemmer sind Medikamente, die entzündliche Botenstoffe (Leukotriene) blockieren. Sie werden vor allem bei Asthma und allergischem Schnupfen eingesetzt.
Leukotrienhemmer (auch Leukotrienantagonisten oder Leukotrienrezeptorblocker genannt) sind eine Gruppe von Medikamenten, die gezielt in die Wirkung von sogenannten Leukotrienen eingreifen. Leukotriene sind körpereigene Botenstoffe, die bei Entzündungsreaktionen – insbesondere bei allergischen und asthmatischen Erkrankungen – eine zentrale Rolle spielen. Indem Leukotrienhemmer die Andockstellen (Rezeptoren) dieser Botenstoffe blockieren, werden Entzündung, Schleimproduktion und Verengung der Atemwege reduziert.
Leukotriene entstehen im Körper aus der Arachidonsäure durch das Enzym 5-Lipoxygenase. Sie werden hauptsächlich von Mastzellen, Eosinophilen und Basophilen freigesetzt – Immunzellen, die bei allergischen Reaktionen aktiv werden. Leukotriene binden an spezifische Rezeptoren (vor allem CysLT1-Rezeptoren) und lösen folgende Reaktionen aus:
Leukotrienhemmer wie Montelukast und Zafirlukast blockieren diese CysLT1-Rezeptoren kompetitiv, sodass die Leukotriene nicht mehr binden und ihre entzündliche Wirkung nicht entfalten können. Ein weiterer Wirkstoff, Zileuton, hemmt direkt das Enzym 5-Lipoxygenase und verhindert so die Bildung der Leukotriene.
Leukotrienhemmer werden bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, bei denen Leukotriene eine wesentliche Rolle spielen:
Die bekanntesten Leukotrienhemmer umfassen:
Die Dosierung sollte immer nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Leukotrienhemmer werden in der Regel als Tabletten oder Kautabletten eingenommen.
Leukotrienhemmer werden im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen sind:
Ein besonderer Hinweis gilt für Montelukast: Die Arzneimittelbehörden (z. B. die FDA und EMA) haben auf mögliche neuropsychiatrische Nebenwirkungen hingewiesen, darunter Schlafstörungen, Alpträume, Angst, Depression und in seltenen Fällen Suizidgedanken. Patienten und Angehörige sollten bei entsprechenden Auffälligkeiten umgehend einen Arzt aufsuchen.
Leukotrienhemmer können mit anderen Medikamenten interagieren. Wichtige Wechselwirkungen betreffen:
Eine Überprüfung aller eingenommenen Medikamente durch einen Arzt oder Apotheker ist daher wichtig.
Leukotrienhemmer sind keine Akutmedikamente (Notfallsprays), sondern dienen der Langzeitkontrolle von Asthma und allergischen Erkrankungen. Im Vergleich zu inhalativen Kortikosteroiden gelten sie als weniger wirksam, bieten jedoch den Vorteil der oralen Einnahme (Tablette statt Inhalator). Sie werden häufig als Ergänzung oder Alternative bei Patienten eingesetzt, die Kortikosteroide nicht vertragen oder deren Asthma trotz Kortikosteroidtherapie nicht ausreichend kontrolliert ist.
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