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Ein Lithopädion ist ein abgestorbener Fötus, der im Körper verkalkt und über Jahre oder Jahrzehnte unentdeckt bleiben kann. Es handelt sich um ein sehr seltenes medizinisches Phänomen.
Ein Lithopädion ist ein abgestorbener Fötus, der im Körper verkalkt und über Jahre oder Jahrzehnte unentdeckt bleiben kann. Es handelt sich um ein sehr seltenes medizinisches Phänomen.
Der Begriff Lithopädion stammt aus dem Griechischen: lithos bedeutet Stein und paidion bedeutet Kind. Ein Lithopädion, auch Steinbaby genannt, bezeichnet einen abgestorbenen Fötus, der nicht aus dem Körper ausgeschieden wird und stattdessen verkalkt. Dieser Prozess ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers, um das abgestorbene Gewebe zu isolieren und eine Infektion zu verhindern. Das Phänomen gilt als extrem selten und wurde in der medizinischen Literatur bisher nur in wenigen hundert Fällen weltweit dokumentiert.
Ein Lithopädion entsteht fast ausschließlich im Rahmen einer ektopen Schwangerschaft, also einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter. Am häufigsten handelt es sich um eine Bauchhöhlenschwangerschaft (abdominelle Schwangerschaft), bei der sich der Embryo in der freien Bauchhöhle einnistet. Wenn der Fötus abstirbt und zu groß ist, um vom Körper vollständig resorbiert zu werden, beginnt das umliegende Gewebe, ihn mit Kalziumsalzen zu umhüllen.
Der Verkalkungsprozess kann sich über Monate bis Jahre erstrecken. In einigen dokumentierten Fällen trugen Frauen ein Lithopädion jahrzehntelang unbemerkt in sich.
Ein Lithopädion verursacht in vielen Fällen über lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome. Manche Betroffene berichten von:
In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen wie Infektionen, Darmverschluss oder Fistelbildung kommen, wenn das verkalkte Gewebe benachbarte Strukturen beeinträchtigt.
Die Diagnose eines Lithopädions erfolgt heute meist als Zufallsbefund bei bildgebenden Untersuchungen wie:
Die Diagnose kann durch die Seltenheit des Phänomens erschwert werden, da viele Ärzte ein Lithopädion in ihrer gesamten klinischen Laufbahn nie zu Gesicht bekommen.
Nicht jedes Lithopädion muss zwingend behandelt werden. Die Therapieentscheidung hängt von den Beschwerden der Patientin und dem Risiko möglicher Komplikationen ab.
Dank moderner Medizin und verbesserter Schwangerschaftsvorsorge sind Neuentstehungen von Lithopädien heute extrem selten. Früherkennung und Behandlung ektoper Schwangerschaften verhindern in der Regel die Entstehung dieses Phänomens.
Historisch gesehen trat das Phänomen des Lithopädions vor allem in Regionen und Zeiten auf, in denen medizinische Versorgung kaum zugänglich war. Die erste bekannte wissenschaftliche Beschreibung stammt aus dem 10. Jahrhundert. Bis heute wurden weltweit weniger als 300 Fälle in der medizinischen Literatur dokumentiert. Lithopädien wurden gelegentlich als archäologische Funde entdeckt, was auf das hohe Alter einiger Fälle hinweist.
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