Wissenswertes über "Moxa Therapie"
Die Moxa Therapie ist eine traditionelle Heilmethode aus der Chinesischen Medizin, bei der Wärme durch das Verbrennen von Beifusskraut auf Akupunkturpunkte angewendet wird.
Was ist die Moxa Therapie?
Die Moxa Therapie, auch Moxibustion genannt, ist eine jahrtausendealte Behandlungsmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie beruht auf der gezielten Anwendung von Wärme auf bestimmte Akupunkturpunkte oder Körperregionen. Als Wärmequelle dient dabei getrocknetes und zu sogenannten Moxa-Zigarren oder Moxa-Kegeln geformtes Beifusskraut (Artemisia vulgaris oder Artemisia argyi), das angezündet und langsam verbrannt wird.
In der TCM wird davon ausgegangen, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht oder eine Blockade des Lebensenergieflüsses (Qi) entstehen. Die durch die Moxibustion erzeugte Wärme soll das Qi anregen, den Energiefluss harmonisieren und so Heilungsprozesse unterstützen.
Formen der Moxa Therapie
Es gibt verschiedene Anwendungsformen der Moxibustion, die je nach Behandlungsziel und Zustand des Patienten eingesetzt werden:
- Direkte Moxibustion: Ein kleiner Moxa-Kegel wird direkt auf der Haut platziert und angezündet. Diese Methode ist intensiver und wird heute seltener eingesetzt.
- Indirekte Moxibustion: Die Moxa-Zigarre wird in einem Abstand von mehreren Zentimetern über der Haut gehalten, ohne direkten Kontakt. Dies ist die häufigste und schonendste Anwendungsform.
- Moxa auf der Nadel: Dabei wird ein Stück Moxakraut auf eine bereits gestochene Akupunkturnadel gesetzt und verbrannt, sodass die Wärme tief in den Akupunkturpunkt eindringt.
- Moxa mit Ingwer oder Salz: Zwischen Haut und Moxa-Kegel wird eine Scheibe Ingwer oder eine Salzlage gelegt, um die Intensität zu regulieren und zusätzliche Wirkstoffe einzubringen.
Anwendungsgebiete
Die Moxa Therapie wird in der TCM und zunehmend auch in der integrativen Medizin bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt:
- Schmerzen des Bewegungsapparates: Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Arthrose und Muskelverspannungen
- Verdauungsprobleme: Reizdarm, Durchfall, Blähungen und chronische Magenprobleme
- Gynäkologische Beschwerden: Menstruationsbeschwerden, Unterleibsschmerzen und Steisslagenkorrektur in der Schwangerschaft
- Allgemeine Schwächezustände: Erschöpfung, geschwollenhe Immunabwehr und chronische Müdigkeit
- Erkrankungen des Nervensystems: Taubheitsgefühle, periphere Neuropathien
Wirkmechanismus
Aus westlich-medizinischer Sicht wird diskutiert, dass die lokale Wärmeentwicklung der Moxibustion verschiedene physiologische Effekte auslöst:
- Förderung der Durchblutung in der behandelten Körperregion
- Entspannung von Muskeln und Bindegewebe
- Aktivierung des Immunsystems durch lokale Entzündungsreize
- Stimulation von Nervenendigungen und möglicherweise Beeinflussung des zentralen Nervensystems
Darüber hinaus enthalten die Verbrennungsprodukte des Beifusskrauts fluchtige Substanzen wie Artemisinin und verschiedene ätherische Öle, die möglicherweise über die Haut oder durch Inhalation wirken können.
Wissenschaftliche Evidenz
Die wissenschaftliche Datenlage zur Moxa Therapie ist wachsend, aber noch nicht abschliessend. Klinische Studien haben vor allem für folgende Bereiche positive Ergebnisse gezeigt:
- Steisslagenkorrektur: Mehrere Studien und eine Cochrane-Übersichtsarbeit deuten darauf hin, dass Moxibustion am Akupunkturpunkt BL67 (Zhiyin) die Drehung eines Kindes aus der Steisslagenposition fördern kann.
- Chronische Schmerzen: Einige kontrollierte Studien zeigen eine Wirksamkeit bei Rückenschmerzen und Knieschmerzen durch Arthrose.
- Verdauungsstörungen: Erste Hinweise auf Wirksamkeit bei Reizdarmsyndrom und chronischen Kolitis-Erkrankungen.
Es besteht weiterer Forschungsbedarf, um die Wirksamkeit und die zugrundeliegenden Mechanismen der Moxibustion umfassend zu belegen.
Durchführung und Sicherheit
Die Moxa Therapie sollte von einer ausgebildeten Fachkraft in TCM oder integrativer Medizin durchgeführt werden. Wichtige Hinweise für Patienten sind:
- Die Behandlung sollte in einem gut belüfteten Raum stattfinden, da bei der Verbrennung Rauch entsteht.
- Bei bestimmten Erkrankungen wie akuten Entzündungen, hohem Fieber, in bestimmten Schwangerschaftsphasen oder bei hautempfindlichen Patienten sollte die Therapie nicht oder nur mit besonderer Vorsicht eingesetzt werden.
- Rauchfreie Moxaprodukte (z.B. Wärmelampen oder Infrarotanwendungen) sind eine Alternative für Patienten mit Atemwegsempfindlichkeit.
Quellen
- World Health Organization (WHO): Acupuncture: Review and Analysis of Reports on Controlled Clinical Trials. WHO Geneva, 2002.
- Coyle ME, Smith CA, Peat B: Cephalic version by moxibustion for breech presentation. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012.
- Lee MS, Choi TY, Park JE, Ernst E: Effects of moxibustion for healing gastrointestinal diseases: a systematic review. BMC Gastroenterology, 2010.