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Der Musculus pubococcygeus ist ein zentraler Muskel des Beckenbodens, der Blase, Darm und Gebärmutter stützt und eine wichtige Rolle bei Kontinenz und Sexualfunktion spielt.
Der Musculus pubococcygeus ist ein zentraler Muskel des Beckenbodens, der Blase, Darm und Gebärmutter stützt und eine wichtige Rolle bei Kontinenz und Sexualfunktion spielt.
Der Musculus pubococcygeus (kurz: M. pubococcygeus) ist ein paariger, flacher Skelettmuskel, der zum Musculus levator ani gehört – dem wichtigsten Muskelkomplex des Beckenbodens. Der Muskel verläuft beiderseits vom Schambein (Os pubis) zum Steißbein (Os coccygis), wovon sich auch sein Name ableitet: pubis (Schambein) und coccygeus (Steißbein).
Er bildet zusammen mit dem Musculus iliococcygeus und dem Musculus puborectalis die muskulotendinöse Platte des Beckenbodens, die die Beckenorgane von unten stützt. Je nach Verlauf der Muskelfasern werden beim M. pubococcygeus verschiedene Anteile unterschieden: der Musculus pubovaginalis (bei der Frau), der Musculus puboprostaticus (beim Mann) sowie der Musculus puboanalis.
Der M. pubococcygeus entspringt an der Rückfläche des Schambeins sowie an der Fascia obturatoria (Bindegewebsschicht des Obturatorius-Muskels). Von dort ziehen die Muskelfasern nach dorsal (hinten) und kaudal (unten) in Richtung Steißbein und Ligamentum anococcygeum, einem Bindegewebszug zwischen After und Steißbein.
Auf seinem Weg umördert der Muskel wichtige Strukturen:
Die Innervation erfolgt überwiegend durch den Nervus pudendus sowie durch direkte Äste des Plexus sacralis (S3–S4).
Der M. pubococcygeus übernimmt mehrere wesentliche Funktionen im Körper:
Eine Schwäche des M. pubococcygeus kann zu verschiedenen Beschwerden führen. Zu den häufigsten klinischen Problemen zählen:
Ein übermäßig angespannter M. pubococcygeus kann zu Vaginismus führen – einem unwillkürlichen Verkrampfen der Scheidenmuskulatur, das Geschlechtsverkehr oder gynäkologische Untersuchungen schmerzhaft oder unmöglich macht. Auch chronische Beckenschmerzen können mit einem Hypertonus des Beckenbodens zusammenhängen.
Nach einer vaginalen Geburt kann der M. pubococcygeus überdehnt oder verletzt sein, was das Risiko für Inkontinenz und Senkungsbeschwerden erhöht. Gezielte Beckenbodenrehabilitation nach der Geburt ist daher medizinisch empfohlen.
Die Funktion des M. pubococcygeus kann durch verschiedene Methoden beurteilt werden:
Das gezielte Training des M. pubococcygeus ist die wichtigste konservative Maßnahme bei Beckenbodenschwäche. Die sogenannten Kegel-Übungen (benannt nach dem Gynäkologen Arnold Kegel) bestehen aus dem bewussten An- und Entspannen der Beckenbodenmuskulatur und können Inkontinenz und Senkungsbeschwerden deutlich verbessern.
Spezialisierte Beckenbodenphysiotherapeutinnen und -therapeuten setzen neben Übungen auch Biofeedback, Elektrostimulation und manuelle Techniken ein, um den Muskel gezielt zu stärken oder bei Hypertonus zu entspannen.
Bei schwerem Beckenorganprolaps oder therapieresistenter Inkontinenz können operative Eingriffe notwendig sein, z. B. die Einlage von Stützbändern (Schlingen) oder rekonstruktive Beckenbodenoperationen.
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