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Der Musculus puborectalis ist ein wichtiger Beckenbodenmuskel, der den Analkanal umschlingt und eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der Stuhlentleerung spielt.
Der Musculus puborectalis ist ein wichtiger Beckenbodenmuskel, der den Analkanal umschlingt und eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der Stuhlentleerung spielt.
Der Musculus puborectalis (kurz: M. puborectalis) ist ein paariger Skelettmuskel des Beckenbodens, der zur Muskelgruppe des Musculus levator ani gehört. Er entspringt beidseits am Schambein (Os pubis) und zieht schlingenartig um den Analkanal herum, sodass er eine sogenannte puborektale Schlinge bildet. Diese anatomische Anordnung ist entscheidend für die Funktion des Muskels und für die Kontrolle der Stuhl- und Gaspassage.
Der Musculus puborectalis liegt im kleinen Becken und ist Teil des Diaphragma pelvis, der muskulären Bodenplatte des Beckens. Er verläuft von den Schambeinstellen beidseits nach dorsal (hinten) und umgreift den anorektalen Übergang – also die Stelle, an der der Mastdarm (Rektum) in den Analkanal übergeht. Durch diesen schlingenförmigen Verlauf erzeugt er den sogenannten anorektalen Winkel (anorektal angle), der für die Kontinenz von großer Bedeutung ist.
In Ruhe zieht der Musculus puborectalis den anorektalen Übergang nach vorne, wodurch ein Winkel von etwa 80 bis 100 Grad zwischen Rektum und Analkanal entsteht. Dieser Winkel wirkt wie ein mechanischer Verschlussmechanismus und verhindert den unwillkürlichen Abgang von Stuhl. Bei der Defäkation (Stuhlentleerung) entspannt sich der Muskel, der Winkel öffnet sich, und der Stuhl kann passieren.
Der Musculus puborectalis übernimmt mehrere wesentliche Aufgaben im Beckenboden:
Störungen des Musculus puborectalis können zu verschiedenen klinischen Beschwerden führen:
Eine Schwäche oder Schädigung des Muskels – etwa nach Geburten, Operationen oder durch neurologische Erkrankungen – kann zu Stuhlinkontinenz führen. Dabei können Betroffene Stuhl oder Gase nicht ausreichend zurückhalten.
Beim sogenannten Anismus oder der puborektalen Dyssynergie kontrahiert sich der Musculus puborectalis beim Pressversuch paradoxerweise statt sich zu entspannen. Dies führt zu einer obstruktiven Defäkationsstörung mit starkem Pressen, unvollständiger Entleerung und chronischer Verstopfung.
Eine geschwächte puborektale Schlinge kann zu einem Rektumprolaps (Vorfall des Mastdarms) oder einer Beckenbodensenkung beitragen, da die Haltefunktion für die Beckenorgane nachlässt.
Zur Beurteilung des Musculus puborectalis stehen folgende diagnostische Verfahren zur Verfügung:
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Störung:
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