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Nebennierenschwäche kurz erklärt: Formen, Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung – inkl. Warnzeichen einer Addison-Krise.
Zu bevorzugten Quellen hinzufügenNebennierenschwäche bezeichnet eine verminderte Funktion der Nebennieren, bei der zu wenig Stresshormone produziert werden. Dies kann Erschöpfung, Schwindel und weitere Beschwerden verursachen.
Nebennierenschwäche, medizinisch Nebenniereninsuffizienz, bezeichnet eine Erkrankung, bei der die Nebennierenrinde zu wenig Cortisol und je nach Form auch zu wenig Aldosteron bildet. Unbehandelt kann sie zu einer lebensbedrohlichen Addison-Krise führen. Mit einer dauerhaften Hormonersatztherapie ist sie gut behandelbar.
Die Nebennieren sitzen als kleine Drüsen jeweils oben auf den Nieren. Ihre äußere Schicht, die Nebennierenrinde, produziert Cortisol (Stressreaktion, Stoffwechsel, Blutdruck) und Aldosteron (Salz- und Wasserhaushalt). Das Nebennierenmark bildet Adrenalin. Bei einer Nebenniereninsuffizienz ist in erster Linie die Rinde betroffen.
Die Nebennieren selbst sind geschädigt. Häufigste Ursache in Europa ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Nebennierenrinde zerstört. Weitere Ursachen sind Infektionen (weltweit vor allem Tuberkulose, außerdem HIV oder Pilzinfektionen), Metastasen, Einblutungen sowie seltene genetische Erkrankungen.
Hier fehlt das Steuersignal aus dem Gehirn: Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) schüttet zu wenig ACTH aus, etwa durch Tumoren, Operationen oder Schädel-Hirn-Verletzungen. Sehr häufig ist die glukokortikoid-induzierte Nebenniereninsuffizienz: Wer längere Zeit Kortison einnimmt, unterdrückt die körpereigene Hormonbildung. Wird das Medikament dann zu schnell abgesetzt, droht ein Cortisolmangel.
Die Beschwerden beginnen meist schleichend und sind anfangs unspezifisch:
Bei einer akuten Nebennierenkrise kommt es zu starkem Blutdruckabfall, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Schock. Auslöser sind oft Infekte, Operationen oder das plötzliche Absetzen von Kortison. Eine Addison-Krise muss sofort mit Hydrocortison behandelt werden.
Die Therapie ersetzt die fehlenden Hormone in der Regel lebenslang:
Mit konsequenter Behandlung, Patientenschulung und regelmäßigen Kontrollen führen die meisten Betroffenen ein weitgehend normales Leben.
Im Internet wird „Nebennierenschwäche“ oft mit der sogenannten Nebennierenerschöpfung („Adrenal Fatigue“) gleichgesetzt. Dabei handelt es sich nicht um eine anerkannte Diagnose: Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass chronischer Stress die Nebennieren „erschöpft“. Wer anhaltend müde ist, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen.