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Der Neer Test ist ein klinisches Untersuchungsverfahren zur Diagnose eines Schulter-Impingement-Syndroms. Er hilft Ärzten, Einklemmungen von Sehnen im Schultergelenk zu erkennen.
Zu bevorzugten Quellen hinzufügenDer Neer Test ist ein klinisches Untersuchungsverfahren zur Diagnose eines Schulter-Impingement-Syndroms. Er hilft Ärzten, Einklemmungen von Sehnen im Schultergelenk zu erkennen.
Der Neer Test (auch Neer-Zeichen genannt) ist ein klinischer Provokationstest, der in der orthopädischen und sportmedizinischen Untersuchung eingesetzt wird. Er dient der Diagnose eines Schulter-Impingement-Syndroms – einer schmerzhaften Erkrankung, bei der Weichteile wie Sehnen oder Schleimbeutel im Schultergelenk eingeklemmt werden. Der Test wurde nach dem amerikanischen Orthopäden Charles S. Neer benannt, der ihn in den 1970er Jahren beschrieben hat.
Das Impingement-Syndrom der Schulter entsteht, wenn Sehnen der sogenannten Rotatorenmanschette – einer Gruppe von vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk stabilisieren – unter dem Schulterdach (Akromion) eingeklemmt werden. Dies verursacht Schmerzen, insbesondere bei der Armhebung, und kann langfristig zu Sehnenverschleiß oder -rissen führen.
Der Test wird in der Regel vom Arzt oder Physiotherapeuten durchgeführt und erfordert keine technischen Hilfsmittel. Der Ablauf ist einfach und standardisiert:
Ein positiver Neer Test ist ein Hinweis auf ein Impingement-Syndrom, bedeutet jedoch nicht automatisch eine sichere Diagnose. Die Sensitivität (Fähigkeit, Erkrankte zu erkennen) des Tests liegt bei etwa 72–79 %, die Spezifität (Fähigkeit, Gesunde korrekt auszuschließen) bei etwa 66–68 %. Der Test wird daher stets in Kombination mit anderen klinischen Tests wie dem Hawkins-Kennedy-Test oder dem Empty-Can-Test sowie bildgebenden Verfahren (z. B. Ultraschall oder MRT) verwendet.
Eine Erweiterung des Neer Tests ist der sogenannte Neer-Injektionstest: Dabei wird ein Lokalanästhetikum in den Subakromialraum injiziert. Führt diese Injektion zu einer deutlichen Schmerzlinderung und wird der Neer Test danach negativ, gilt dies als zusätzliche Bestätigung für ein subakromiales Impingement-Syndrom.
Der Test ist indiziert bei Patienten mit:
Der Neer Test kann auch bei anderen Schultererkrankungen positiv ausfallen, wie z. B. bei einer Bizepssehnen-Tendinopathie oder einer Akromioklavikulargelenk-Arthrose. Daher ist eine ausführliche klinische Untersuchung und Anamnese unbedingt erforderlich.