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Neuraminidase-Hemmer sind antivirale Medikamente, die gezielt das Influenzavirus blockieren und so die Ausbreitung der Grippe im Körper verlangsamen.
Neuraminidase-Hemmer sind antivirale Medikamente, die gezielt das Influenzavirus blockieren und so die Ausbreitung der Grippe im Körper verlangsamen.
Neuraminidase-Hemmer (auch Neuraminidaseinhibitoren genannt) sind eine Klasse antiviraler Wirkstoffe, die gezielt gegen Influenzaviren (Grippeviren) eingesetzt werden. Sie hemmen das Enzym Neuraminidase, das auf der Oberfläche von Influenza-A- und Influenza-B-Viren vorkommt und für die Freisetzung neuer Viruspartikel aus infizierten Zellen unerlässlich ist. Durch die Blockierung dieses Enzyms wird die Ausbreitung des Virus im Körper deutlich eingeschränkt.
Das Enzym Neuraminidase spaltet Sialinsäurebindungen auf der Oberfläche von Wirtszellen. Dieser Schritt ist notwendig, damit neu gebildete Viren die infizierte Zelle verlassen und benachbarte Zellen befallen können. Neuraminidase-Hemmer binden kompetitiv an das aktive Zentrum dieses Enzyms und verhindern so die Abspaltung der Sialinsäure. Die Folge: Neu produzierte Viruspartikel bleiben an der Zelloberfläche haften und können sich nicht weiter ausbreiten. Dadurch wird die Viruslast im Körper reduziert und der Krankheitsverlauf abgemildert.
Oseltamivir (Handelsname: Tamiflu) ist der bekannteste Neuraminidase-Hemmer und wird oral als Kapsel oder Suspension eingenommen. Er ist sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung (Prophylaxe) von Influenza zugelassen. Die Behandlung sollte idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome begonnen werden.
Zanamivir (Handelsname: Relenza) wird inhalativ angewendet und direkt in die Atemwege geliefert. Es ist ebenfalls zur Therapie und Prophylaxe von Influenza A und B zugelassen.
Peramivir wird intravenös verabreicht und eignet sich insbesondere für Patienten, die keine oralen oder inhalativen Medikamente einnehmen können, beispielsweise bei schweren Krankheitsverläufen.
Laninamivir ist ein langwirksamer Neuraminidase-Hemmer, der hauptsächlich in Japan zugelassen ist und durch Inhalation verabreicht wird.
Neuraminidase-Hemmer werden eingesetzt bei:
Die Dosierung variiert je nach Wirkstoff, Anwendungsform, Alter und Nierenfunktion des Patienten. Für Oseltamivir gilt bei Erwachsenen zur Therapie üblicherweise eine Dosierung von 75 mg zweimal täglich über 5 Tage. Bei Kindern wird die Dosis nach Körpergewicht angepasst. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisreduktion notwendig.
Neuraminidase-Hemmer werden im Allgemeinen gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
Wie bei anderen antiviralen Wirkstoffen können Resistenzen entstehen. Besonders bekannt ist die H275Y-Mutation im Neuraminidase-Gen, die zu einer Oseltamivir-Resistenz führen kann. Regelmäßige Surveillance-Programme überwachen das Auftreten resistenter Influenzastämme weltweit.
Neuraminidase-Hemmer sind keine Alternative zur jährlichen Grippeimpfung. Die Impfung bleibt die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Influenza. Die antivirale Therapie ergänzt die Impfung, ersetzt sie aber nicht. Eine frühzeitige Einnahme – möglichst innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn – ist entscheidend für die Wirksamkeit.
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