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Odermennig (Agrimonia eupatoria) ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen und Hautproblemen eingesetzt wird.
Odermennig (Agrimonia eupatoria) ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen und Hautproblemen eingesetzt wird.
Odermennig (botanischer Name: Agrimonia eupatoria) ist eine ausdauernde Heilpflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Pflanze ist in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch und wächst häufig auf Wiesen, an Wegrändern und in lichten Gebüschen. Sie hat eine lange Geschichte in der Volksmedizin und wird seit Jahrhunderten zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt. In der Phytotherapie werden hauptsächlich die oberirdischen Pflanzenteile – Blätter, Stiele und Blüten – als getrocknetes Kraut verwendet.
Odermennig enthält eine Vielzahl von bioaktiven Verbindungen, die für seine heilkundlichen Eigenschaften verantwortlich sind:
In der Volksmedizin wurde Odermennig seit der Antike vielfältig eingesetzt. Schon die antiken griechischen und römischen Heiler setzten die Pflanze bei Wunden, Lebererkrankungen und Schlangenbissen ein. Im Mittelalter galt Odermennig als wichtiges Heilkraut für Verdauungsbeschwerden und Hautleiden. Typische traditionelle Anwendungsgebiete umfassen:
Die moderne Phytotherapie unterstützt einige der traditionellen Anwendungsgebiete durch wissenschaftliche Untersuchungen. Die Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Odermennigkraut für die innerliche Anwendung bei leichten, unspezifischen Durchfallerkrankungen und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut zugelassen. Auch das ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) bestätigt diese Indikationen.
Die enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend auf die Darmschleimhaut, was bei leichtem Durchfall helfen kann, die Stuhlkonsistenz zu festigen. Bitterstoffverbindungen regen zusätzlich die Verdauungssekrete an.
Odermennig-Tee oder -Extrakte eignen sich zur Anwendung als Mundspülung oder zum Gurgeln bei Entzündungen der Mundschleimhaut, Zahnfleischproblemen und Rachenentzündungen. Die adstringierende und entzündungshemmende Wirkung der Tannine und Flavonoide ist wissenschaftlich belegt.
Als Umschlag oder Waschung kann ein Odermennig-Aufguss bei leichten Hautentzündungen, schlecht heilenden Wunden und übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) an Händen und Füßen angewendet werden.
Odermennig wird üblicherweise als Tee (Aufguss) oder in Form von Fertigpräparaten (Tinktur, Extrakt, Kapseln) angewendet:
Die Anwendung sollte in der Regel nicht länger als 2–4 Wochen ohne ärztliche Rücksprache erfolgen.
Odermennig gilt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als gut verträglich. In seltenen Fällen kann es zu:
kommen. Bei Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren sollte die Anwendung nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin erfolgen.
Aufgrund des Vitamin-K-Gehalts könnte Odermennig in hohen Dosen die Wirkung von Antikoagulantien (Blutverдünnern) wie Warfarin beeinflussen. Bei Einnahme von Blutverdünnern ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin ratsam.
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