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PACAP (Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide) ist ein körpereigenes Neuropeptid, das wichtige Funktionen im Nerven- und Hormonsystem übernimmt und bei Migräne sowie Stressreaktionen eine zentrale Rolle spielt.
PACAP (Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide) ist ein körpereigenes Neuropeptid, das wichtige Funktionen im Nerven- und Hormonsystem übernimmt und bei Migräne sowie Stressreaktionen eine zentrale Rolle spielt.
PACAP (Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide, deutsch: Hypophysen-Adenylatzyklase-aktivierendes Polypeptid) ist ein körpereigenes Neuropeptid – also ein kleines Eiweißmolekül, das als Botenstoff im Nervensystem wirkt. Es wurde erstmals 1989 aus dem Schafshypothalamus isoliert und gehört zur Familie der Sekretin/Glukagon-Peptide. PACAP kommt in zwei aktiven Formen vor: PACAP-38 (38 Aminosäuren) und PACAP-27 (27 Aminosäuren), wobei PACAP-38 die häufigere Form im menschlichen Körper ist.
PACAP ist weit verbreitet im menschlichen Organismus und findet sich vor allem in folgenden Bereichen:
PACAP entfaltet seine Wirkung durch Bindung an spezifische Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Es gibt drei bekannte Rezeptortypen:
Nach Rezeptorbindung aktiviert PACAP hauptsächlich den sogenannten cAMP-Signalweg (zyklisches Adenosinmonophosphat), was eine Vielzahl von Zellreaktionen auslöst, darunter Gefäßerweiterung, Zellschutz (Neuroprotection) und die Freisetzung weiterer Botenstoffe.
PACAP übernimmt zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper:
Ein besonders intensiv erforschtes Anwendungsgebiet ist die Rolle von PACAP bei Migräne. Studien zeigen, dass eine intravenöse Injektion von PACAP-38 bei Migränepatienten typische Kopfschmerzattacken auslösen kann. Im Blut von Migränepatienten wurden erhöhte PACAP-38-Spiegel während einer Attacke nachgewiesen.
Die gefäßerweiternde Wirkung von PACAP auf die Hirnblutgefäße und die Aktivierung des trigeminovaskulären Systems (ein Schmerznetzwerk im Gehirn) gelten als Schlüsselmechanismen der Migräneentstehung. Dies hat PACAP zu einem vielversprechenden Zielmolekül für neue Migränetherapien gemacht. Antikörper, die den PAC1-Rezeptor oder PACAP selbst blockieren, werden derzeit in klinischen Studien als Migräneprophylaxe untersucht.
Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass PACAP auch bei Angststörungen, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und Depressionen eine Rolle spielen könnte. Insbesondere bei Frauen wurden Zusammenhänge zwischen veränderten PACAP-Spiegeln und der Stressverarbeitung beobachtet, was möglicherweise die höhere PTBS-Prävalenz bei Frauen miterklären könnte.
Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen wird PACAP intensiv als mögliches Therapeutikum für verschiedene Erkrankungen erforscht, darunter:
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