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Palmöl in Babynahrung wird als Fettzusatz eingesetzt, um die Fettzusammensetzung der Muttermilch nachzuahmen. Die Verwendung ist umstritten und wird wissenschaftlich intensiv diskutiert.
Palmöl in Babynahrung wird als Fettzusatz eingesetzt, um die Fettzusammensetzung der Muttermilch nachzuahmen. Die Verwendung ist umstritten und wird wissenschaftlich intensiv diskutiert.
Palmöl wird in vielen industriell hergestellten Säuglingsanfangsnahrungen und Folgenahrungen als Fettquelle eingesetzt. Ziel ist es, die Fettzusammensetzung der Muttermilch möglichst genau nachzuahmen, da Muttermilch einen hohen Anteil an Palmitinsäure (eine gesättigte Fettsäure) enthält. Palmöl ist reich an Palmitinsäure und erscheint daher auf den ersten Blick als geeignete Quelle für Säuglingsnahrung.
Die wichtigsten Gründe für den Einsatz von Palmöl in Babynahrung sind:
Trotz der ähnlichen Fettzusammensetzung gibt es wichtige Unterschiede zwischen dem Palmitinsäureanteil in Palmöl und dem in Muttermilch. Der entscheidende Faktor ist die sogenannte sn-2-Position der Palmitinsäure im Fettmolekül (Triglycerid):
Diese Kalziumseifen können folgende Auswirkungen haben:
Als Reaktion auf diese Bedenken haben einige Hersteller begonnen, speziell verarbeitetes Palmöl einzusetzen, bei dem die Palmitinsäure enzymatisch an die sn-2-Position umgelagert wurde. Dieses Produkt wird als sn-2-Palmitat oder OPO-Fett (Olein-Palmitat-Olein) bezeichnet. Studien zeigen, dass sn-2-Palmitat:
Allerdings ist sn-2-Palmitat in der Herstellung deutlich teurer als herkömmliches Palmöl, weshalb es nicht in allen Produkten eingesetzt wird.
Ernährungsexperten und Kinderärzte betonen, dass Muttermilch die beste Ernährung für Säuglinge ist und nach Möglichkeit bevorzugt werden sollte. Falls Muttermilch nicht verfügbar ist oder nicht gestillt werden kann, empfehlen Fachleute:
Die Verwendung von Palmöl in Säuglingsnahrung ist in der Europäischen Union durch die Delegierte Verordnung (EU) 2016/127 geregelt. Diese legt fest, welche Fette und Öle in Anfangs- und Folgenahrung eingesetzt werden dürfen und definiert Mindestvorgaben für den Palmitinsäuregehalt und dessen Position im Triglycerid.
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