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Das exokrine Pankreas produziert Verdauungsenzyme und Bikarbonat, die in den Dünndarm abgegeben werden und die Nahrungsverdauung ermöglichen.
Das exokrine Pankreas produziert Verdauungsenzyme und Bikarbonat, die in den Dünndarm abgegeben werden und die Nahrungsverdauung ermöglichen.
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein gemischtes Drüsenorgan mit zwei funktionell getrennten Anteilen: dem exokrinen und dem endokrinen Pankreas. Der exokrine Anteil macht etwa 80–85 % des gesamten Pankreasgewebes aus und ist für die Produktion und Sekretion von Verdauungsenzymen sowie von Bikarbonat verantwortlich. Diese Substanzen werden über ein feines Gangsystem in den Zwölffingerdarm (Duodenum) abgeleitet und sind für eine normale Verdauung unentbehrlich.
Das exokrine Pankreas besteht aus sogenannten Azinuszellen, die in traubenartig angeordneten Einheiten (Azini) organisiert sind. Diese Zellen synthetisieren Verdauungsenzyme, die zunächst als inaktive Vorstufen (Proenzyme oder Zymogene) gespeichert und erst im Dünndarm aktiviert werden. Über ein verzweigtes Gangsystem münden die Sekrete schließlich im Ductus pancreaticus, der gemeinsam mit dem Gallengang in den Zwölffingerdarm führt.
Die Sekretionsaktivität des exokrinen Pankreas wird durch hormonelle und nervale Signale gesteuert. Nach der Nahrungsaufnahme werden im Dünndarm die Hormone Sekretin und Cholezystokinin (CCK) freigesetzt:
Zusätzlich wirkt der Nervus vagus (Teil des Parasympathikus) fördernd auf die Pankreassekretion, insbesondere in der sogenannten zephalen Phase der Verdauung, die bereits durch den Anblick und Geruch von Speisen ausgelöst wird.
Bei der akuten Pankreatitis kommt es zu einer plötzlichen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Häufige Ursachen sind Gallensteine und übermäßiger Alkoholkonsum. Die frühzeitige Aktivierung der Verdauungsenzyme innerhalb des Organs führt zur Selbstverdauung des Pankreasgewebes. Typische Symptome sind starke Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
Die chronische Pankreatitis ist eine fortschreitende Entzündung, bei der funktionsfähiges Drüsengewebe schrittweise durch Narbengewebe ersetzt wird. Dies führt langfristig zu einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, bei der nicht mehr ausreichend Verdauungsenzyme produziert werden.
Bei der exokrinen Pankreasinsuffizienz ist die Produktion von Verdauungsenzymen so stark vermindert, dass Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgespalten und aufgenommen werden können. Es kommt zu Maldigestion und Malabsorption mit Symptomen wie Fettstuhl (Steatorrhoe), Gewichtsverlust, Blähungen und Mangelernährung. Ursachen sind unter anderem chronische Pankreatitis, Mukoviszidose, Zustand nach Pankreasoperationen und Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Das Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) betrifft meistens das exokrine Gewebe (duktales Adenokarzinom). Es gehört zu den aggressivsten Krebserkrankungen und wird oft erst spät diagnostiziert, da es im Frühstadium kaum Symptome verursacht.
Zur Beurteilung der exokrinen Pankreasfunktion stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei exokriner Pankreasinsuffizienz ist die Pankreasenzymersatztherapie (PERT) die Behandlung der Wahl: Patienten nehmen zu jeder Mahlzeit Kapseln mit standardisierten Enzymmengen (Lipase, Amylase, Protease) ein, um die fehlende Verdauungsleistung zu ersetzen. Zusätzlich sind Ernährungsanpassungen und die Supplementierung fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) häufig notwendig.
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