Wissenswertes über "Parasitämie"
Parasitämie bezeichnet das Vorhandensein von Parasiten im Blut. Sie tritt bei Infektionskrankheiten wie Malaria auf und erfordert ärztliche Abklärung.
Was ist Parasitämie?
Der Begriff Parasitämie (auch: Parasitämie) beschreibt den Zustand, bei dem Parasiten – also einzellige oder vielzellige Kleinstlebewesen – im Blut eines Menschen nachweisbar sind. Das Blut dient dabei entweder als Transport- oder als Vermehrungsort für den Erreger. Parasitämie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein labordiagnostischer Befund, der auf eine zugrunde liegende Infektionskrankheit hinweist.
Ursachen und auslösende Parasiten
Verschiedene Parasitenarten können eine Parasitämie verursachen. Die häufigsten und klinisch bedeutsamsten sind:
- Plasmodium-Arten: Erreger der Malaria, übertragen durch Anopheles-Mücken. Dies ist die weltweit häufigste Ursache einer Parasitämie.
- Trypanosoma brucei: Erreger der Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis), übertragen durch die Tsetsefliege.
- Trypanosoma cruzi: Erreger der Chagas-Krankheit, vor allem in Lateinamerika verbreitet.
- Babesia-Arten: Erreger der Babesiose, übertragen durch Zecken.
- Leishmania-Arten: In bestimmten Formen (viszerale Leishmaniose) können Erreger auch im Blut auftreten.
- Mikrofilarien: Larven von Fadenwurmarten (z. B. Wuchereria bancrofti) bei Filariose.
Symptome
Die Beschwerden bei Parasitämie hängen stark vom auslösenden Erreger und der Parasitenlast im Blut ab. Häufige Symptome sind:
- Fieber, oft wellenförmig (typisch bei Malaria)
- Schüttelfrost und Schwitzen
- Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Anämie (Blutarmut) durch Schädigung der roten Blutkörperchen
- Vergrößerung von Milz und Leber (Splenomegalie, Hepatomegalie)
- In schweren Fällen: Organversagen, Bewusstseinsstörungen (z. B. zerebrale Malaria)
Diagnose
Die Diagnose einer Parasitämie erfolgt in erster Linie durch labordiagnostische Untersuchungen des Blutes:
- Blutausstrich und Dicker Tropfen: Mikroskopische Untersuchung eines gefärbten Blutpräparats; Goldstandard für den Malaria-Nachweis.
- Schnelltests (RDT): Antigen-Schnelltests zum raschen Nachweis bestimmter Parasiten, z. B. bei Malaria.
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Hochsensitiver molekularbiologischer Nachweis von Parasiten-DNA im Blut.
- Serologie: Nachweis von Antikörpern gegen bestimmte Parasiten.
- Parasitämie-Grad: Bei Malaria wird zusätzlich der Anteil befallener roter Blutkörperchen in Prozent bestimmt, um den Schweregrad der Erkrankung einzuschätzen.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach dem nachgewiesenen Parasiten und dem Schweregrad der Erkrankung:
- Malaria: Artemisinin-basierte Kombinationstherapien (ACT) bei unkomplizierter Malaria; intravenoses Artesunate bei schwerer Malaria.
- Afrikanische Trypanosomiasis: Fexinidazol oder Pentamidin je nach Stadium und Erregerart.
- Chagas-Krankheit: Benznidazol oder Nifurtimox.
- Babesiose: Kombination aus Atovaquon und Azithromycin oder Clindamycin und Chinin.
- Filariose: Diethylcarbamazin (DEC) oder Ivermectin.
Bei hoher Parasitämie oder schwerem Krankheitsverlauf ist eine stationäre Behandlung notwendig. Reisende in tropische Regionen sollten bei Fieber nach der Rückkehr umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.
Prävention
Die Vorbeugung von Parasitämie richtet sich nach dem jeweiligen Erreger und der Reisedestination. Wichtige Maßnahmen sind:
- Malariaprophylaxe mit Medikamenten (z. B. Atovaquon-Proguanil) bei Reisen in Endemiegebiete
- Verwendung von Insektenschutzmitteln und Moskitonetzen
- Schutzkleidung zum Schutz vor Mücken- und Zeckenstichen
- Impfungen, wo verfügbar (z. B. RTS,S-Malaria-Impfstoff)
Quellen
- World Health Organization (WHO): World Malaria Report 2023. Geneva: WHO Press, 2023.
- Lell B, Kremsner PG. Clindamycin as an antimalarial drug: review of clinical trials. Antimicrobial Agents and Chemotherapy, 2002; 46(8): 2315–2320.
- Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber Malaria. Berlin: RKI, 2023. Verfügbar unter: www.rki.de