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Die Pauwels-Klassifikation teilt Schenkelhalsfrakturen anhand des Neigungswinkels der Bruchlinie in drei Schweregrade ein und hilft Ärzten, die optimale Behandlung zu planen.
Die Pauwels-Klassifikation teilt Schenkelhalsfrakturen anhand des Neigungswinkels der Bruchlinie in drei Schweregrade ein und hilft Ärzten, die optimale Behandlung zu planen.
Die Pauwels-Klassifikation ist ein medizinisches Einteilungssystem für Schenkelhalsfrakturen – also Brüche des Oberschenkelknochens im Bereich des Schenkelhalses, der den Hüftkopf mit dem Oberschenkelschaft verbindet. Das System wurde von dem deutschen Orthopäden Friedrich Pauwels entwickelt und erstmals 1935 beschrieben. Es basiert auf dem Neigungswinkel der Bruchlinie zur Horizontalen und erlaubt eine Vorhersage der biomechanischen Belastung sowie der Heilungschancen nach einer Fraktur.
Die Klassifikation unterscheidet drei Typen, die sich nach dem Winkel der Frakturlinie richten:
Die Pauwels-Klassifikation ist vor allem für die Therapieplanung bei Schenkelhalsfrakturen relevant. Je höher der Pauwels-Typ, desto instabiler ist die Fraktur und desto wahrscheinlicher ist eine operative Versorgung notwendig. Sie gibt dem behandelnden Arzt wichtige Hinweise auf die biomechanische Stabilität der Fraktur und mögliche Komplikationsrisiken.
Die Bestimmung des Pauwels-Typs erfolgt in der Regel anhand eines konventionellen Röntgenbildes des Hüftgelenks in zwei Ebenen (anterior-posterior und axial). Der Winkel der Frakturlinie zur Horizontalen wird dabei gemessen. In unklaren Fällen kann eine Computertomographie (CT) ergänzend eingesetzt werden, um die Fraktur genauer zu beurteilen.
Bei sehr alten oder multimorbiden Patienten sowie bei Frakturen vom Typ I kann in Ausnahmefällen eine konservative Behandlung (Entlastung, Physiotherapie) erwogen werden. Dies ist jedoch selten und wird kritisch bewertet, da das Risiko einer Frakturverschiebung besteht.
Die Mehrheit der Schenkelhalsfrakturen wird operativ versorgt. Je nach Pauwels-Typ und Patientenalter kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
Obwohl die Pauwels-Klassifikation weit verbreitet ist, hat sie gewisse Einschränkungen. Die Winkelmessung ist abhängig von der Qualität und Positionierung des Röntgenbildes und kann variieren. Moderne Klassifikationssysteme wie die Garden-Klassifikation oder die AO/OTA-Klassifikation berücksichtigen zusätzliche Parameter wie den Dislokationsgrad der Fraktur und werden heute ergänzend verwendet.
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