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Perilunär beschreibt Verletzungen rund um das Mondbein (Os lunatum) im Handgelenk. Diese oft schweren Verletzungen entstehen meist durch Stürze und erfordern rasche Diagnostik.
Perilunär beschreibt Verletzungen rund um das Mondbein (Os lunatum) im Handgelenk. Diese oft schweren Verletzungen entstehen meist durch Stürze und erfordern rasche Diagnostik.
Der Begriff perilunär stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie um das Mondbein herum. Das Mondbein (Os lunatum) ist einer der acht kleinen Handwurzelknochen und spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilität und Beweglichkeit des Handgelenks. Perilunäre Verletzungen betreffen die Strukturen rund um diesen Knochen – also Bänder, benachbarte Knochen oder beides.
Perilunäre Verletzungen entstehen in der Regel durch hochenergetische Traumata, wie zum Beispiel:
Die Kraft wird dabei meist in einer Kombination aus Dorsalflexion (Überstreckung nach hinten), Ulnardeviation (Abweichung zur Kleinfingenseite) und axialer Kompression übertragen.
Bei der perilunären Luxation werden die umgebenden Handwurzelknochen aus ihrer normalen Position gegenüber dem Mondbein verlagert, während das Mondbein selbst noch in seiner anatomischen Lage gegenüber dem Unterarmknochen (Radius) verbleibt. Dies ist eine seltene, aber schwerwiegende Verletzung.
Bei der lunären Luxation (auch translunationale Luxation) kippt das Mondbein selbst aus seiner normalen Position heraus – es dreht sich meist in Richtung der Handfläche (palmar). Diese Verletzung gilt als fortgeschrittene Form der perilunären Verletzung.
Häufig treten neben der Bandverletzung auch Knochenbrüche auf. Die bekannteste Form ist die trans-skaphoide perilunäre Luxation, bei der das Kahnbein (Os scaphoideum) bricht und gleichzeitig eine Luxation vorliegt.
Typische Beschwerden bei perilunären Verletzungen sind:
Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:
Der Arzt oder die Ärztin untersucht das Handgelenk auf Schwellung, Schmerz, Bewegungseinschränkung und neurologische Ausfälle.
Perilunäre Luxationen gelten als orthopädische Notfälle. Eine schnelle Reposition (Einrenkung) ist notwendig, um Druck auf Nerven und Blutgefäße zu reduzieren. In der Notaufnahme erfolgt in der Regel zunächst eine geschlossene Reposition unter Betäubung.
In den meisten Fällen ist eine Operation erforderlich, um die Handwurzelknochen dauerhaft zu stabilisieren. Dabei werden:
Nach der Operation folgt in der Regel eine mehrwöchige Ruhigstellung im Gips oder einer Schiene, gefolgt von gezielter Physiotherapie und Ergotherapie zur Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit. Der Heilungsprozess kann mehrere Monate dauern.
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