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Ein Peritonsillarabszess ist eine eitrige Eiteransammlung im Gewebe neben der Mandel. Er entsteht meist als Komplikation einer Mandelentzündung und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Ein Peritonsillarabszess ist eine eitrige Eiteransammlung im Gewebe neben der Mandel. Er entsteht meist als Komplikation einer Mandelentzündung und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Ein Peritonsillarabszess ist eine Ansammlung von Eiter im Bindegewebe neben der Gaumenmandel (Tonsille). Er entsteht, wenn eine bakterielle Infektion der Mandeln – häufig eine Tonsillitis (Mandelentzündung) – sich auf das umliegende Gewebe ausbreitet und dort einen abgekapselten Eiterherd bildet. Der Peritonsillarabszess ist die häufigste tiefe Halsrauminfektion und gilt als medizinischer Notfall, da er die Atemwege einengen kann.
Die häufigste Ursache ist eine bakterielle Mandelentzündung, die unzureichend behandelt wird oder sich trotz Behandlung ausbreitet. Typische Erreger sind:
Risikofaktoren umfassen wiederkehrende Mandelentzündungen, mangelnde Mundhygiene, Rauchen sowie ein geschwächtes Immunsystem.
Die Symptome eines Peritonsillarabszesses sind in der Regel ausgeprägt und verschlechtern sich rasch:
Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch durch eine Inspektion des Rachens. Typische Befunde sind eine einseitige Vorwölbung des weichen Gaumens, eine Verlagerung der Uvula (Zäpfchen) zur Gegenseite und eine geschwollene, gerötete Tonsille. Folgende Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden:
Der Peritonsillarabszess erfordert eine sofortige ärztliche Behandlung. Die Therapie umfasst:
Die Eröffnung und Entleerung des Abszesses ist die wichtigste Maßnahme. Dies kann durch Nadelaspiration (Absaugen mit einer Spritze) oder durch eine Inzision (chirurgischer Einschnitt und Drainage) erfolgen. Beide Methoden werden unter lokaler Betäubung durchgeführt.
Ergänzend zur Drainage werden Antibiotika verabreicht, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen. Mittel der ersten Wahl sind Penicilline (z. B. Amoxicillin-Clavulansäure); bei Penicillinallergie werden Alternativen wie Clindamycin eingesetzt.
Bei häufig wiederkehrenden Abszessen oder Mandelentzündungen kann eine Mandelentfernung (Tonsillektomie) empfohlen werden – entweder zeitgleich (sogenannte Intervall-Tonsillektomie) oder im Abstand von einigen Wochen nach Abklingen der akuten Infektion.
Ein unbehandelter Peritonsillarabszess kann sich auf tiefere Halsregionen ausbreiten und lebensbedrohliche Komplikationen verursachen:
Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung heilt ein Peritonsillarabszess in der Regel vollständig aus. Die Rückfallquote liegt ohne Tonsillektomie bei etwa 10–15 %. Patienten mit wiederholten Abszessen sollten eine HNO-ärztliche Beratung bezüglich einer Tonsillektomie in Anspruch nehmen.
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