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Die Phytosterolresorption beschreibt die Aufnahme pflanzlicher Sterole aus dem Darm ins Blut. Sie ist beim Menschen naturgemäß gering und beeinflusst den Cholesterinstoffwechsel.
Die Phytosterolresorption beschreibt die Aufnahme pflanzlicher Sterole aus dem Darm ins Blut. Sie ist beim Menschen naturgemäß gering und beeinflusst den Cholesterinstoffwechsel.
Die Phytosterolresorption bezeichnet den Prozess, bei dem pflanzliche Sterole (sogenannte Phytosterole) nach oraler Aufnahme über die Nahrung im Dünndarm aufgenommen und in den Blutkreislauf transportiert werden. Phytosterole sind strukturell dem menschlichen Cholesterin sehr ähnlich und kommen natürlicherweise in pflanzlichen Lebensmitteln wie Nüssen, Samen, Pflanzenölen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vor.
Im Vergleich zu Cholesterin ist die intestinale Resorptionsrate von Phytosterolen beim Menschen deutlich niedriger: Während Cholesterin zu etwa 50 % resorbiert wird, beträgt die Resorptionsquote der häufigsten Phytosterole wie Beta-Sitosterin, Campesterin und Stigmasterin lediglich 0,5 bis 5 %. Trotz dieser geringen Aufnahme haben Phytosterole relevante physiologische und klinische Bedeutung.
Die Aufnahme von Phytosterolen erfolgt über denselben Transportweg wie Cholesterin. Im Dünndarm werden Phytosterole durch Gallensäuren emulgiert und in Mizellen eingebaut, die dann in die Enterozyten (Darmepithelzellen) aufgenommen werden. Innerhalb der Enterozyten spielen zwei wichtige Transportproteine eine zentrale Rolle:
Phytosterole, die dennoch in die Enterozyten gelangen und nicht durch ABCG5/ABCG8 ausgeschleust werden, werden in Chylomikronen verpackt und über das Lymphsystem in den Blutkreislauf transportiert.
Verschiedene Faktoren können die Resorptionsrate von Phytosterolen beeinflussen:
Obwohl Phytosterole selbst nur in geringen Mengen resorbiert werden, hemmen sie kompetitiv die Resorption von Cholesterin im Darm. Sie verdrängen Cholesterin aus den Mizellen und reduzieren so dessen Aufnahme. Dieser Mechanismus wird therapeutisch genutzt: Phytosterol-angereicherte Lebensmittel (z. B. Margarine, Joghurt) können den LDL-Cholesterinspiegel im Blut um etwa 8 bis 15 % senken, wenn täglich 1,5 bis 3 g Phytosterole aufgenommen werden. Dies ist von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich anerkannt.
Bei der seltenen autosomal-rezessiven Erkrankung Sitosterolämie (auch Phytosterolämie genannt) sind die ABCG5/ABCG8-Transporter funktionsgestört. Infolgedessen werden Phytosterole in abnormal hohen Mengen resorbiert und reichern sich im Blut und in Geweben an. Betroffene entwickeln frühzeitig Xanthome (Fettablagerungen in der Haut) und haben ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
Es wird wissenschaftlich diskutiert, ob erhöhte Phytosterolspiegel im Blut, die durch eine hohe Resorptionsrate entstehen, selbst ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor sein könnten. Die Datenlage ist jedoch nicht abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschung.
Die durchschnittliche tägliche Zufuhr von Phytosterolen über die normale Ernährung liegt in westlichen Ländern bei etwa 200 bis 400 mg pro Tag. Besonders reichhaltige Quellen sind:
Trotz der niedrigen Resorptionsrate führen diese Mengen zu messbaren Phytosterolkonzentrationen im Plasma, die als Biomarker für die individuelle Cholesterinresorptionskapazität dienen können.
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