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Der Plexus uretericus ist ein Nervengeflecht, das den Harnleiter versorgt und dessen Bewegungen sowie Schmerzwahrnehmung steuert.
Der Plexus uretericus ist ein Nervengeflecht, das den Harnleiter versorgt und dessen Bewegungen sowie Schmerzwahrnehmung steuert.
Der Plexus uretericus ist ein autonomes Nervengeflecht, das den Harnleiter (Ureter) entlang seiner gesamten Verlaufsstrecke begleitet und versorgt. Er ist Teil des vegetativen Nervensystems und setzt sich aus sympathischen sowie parasympathischen Nervenfasern zusammen. Diese Fasern stammen aus benachbarten Nervengeflechten des Bauch- und Beckenraumes, insbesondere aus dem Plexus renalis (Nierengeflecht), dem Plexus aorticus abdominalis und dem Plexus hypogastricus.
Der Harnleiter verlaeuft vom Nierenbecken bis zur Harnblase und wird dabei kontinuierlich vom Plexus uretericus begleitet. Das Nervengeflecht liegt direkt in der Adventitia (Aussenschicht) des Harnleiters und bildet ein feines Netzwerk aus Nervenfasern und kleinen Ganglien (Nervenknoten). Der Plexus uretericus kann in drei Abschnitte unterteilt werden:
Der Plexus uretericus uebernimmt mehrere wichtige Aufgaben bei der Regulation der Harnleiterfunktion:
Die klinische Relevanz des Plexus uretericus zeigt sich vor allem in folgenden Situationen:
Bei einem Nierenstein, der im Harnleiter stecken bleibt, wird der Plexus uretericus durch Dehnung und Krampf der Harnleiterwand stark gereizt. Dies fuehrt zu den charakteristischen, wellenfoermig auftretenden und aeusserst heftigen Schmerzen einer Ureterkolik, die in die Leiste, die Genitalien oder den inneren Oberschenkel ausstrahlen koennen.
Bei Operationen im Retroperitonealraum (hinter dem Bauchfell), zum Beispiel bei der Entfernung von Lymphknoten oder bei gefaesschirurgischen Eingriffen, kann der Plexus uretericus verletzt werden. Schaeden an diesem Nervengeflecht koennen zu Stoerungen der Harnleitermotilitaet fuehren.
Schmerzsignale aus dem Harnleiter werden ueber den Plexus uretericus an das Rueckenmark weitergeleitet und koennen dort auf benachbarte Koerperbereiche projiziert werden (referred pain). Dies erklaert, warum Harnleiterschmerzen haeufig in Bereichen wie Leiste, Hoden oder Schamlippen gespuert werden, obwohl der eigentliche Schmerzursprung im Harnleiter liegt.
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