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Der Polyphenolstoffwechsel beschreibt, wie der Körper pflanzliche Polyphenole aufnimmt, umbaut und ausscheidet. Er ist entscheidend für die gesundheitlichen Wirkungen dieser bioaktiven Pflanzenstoffe.
Der Polyphenolstoffwechsel beschreibt, wie der Körper pflanzliche Polyphenole aufnimmt, umbaut und ausscheidet. Er ist entscheidend für die gesundheitlichen Wirkungen dieser bioaktiven Pflanzenstoffe.
Der Polyphenolstoffwechsel (auch Polyphenolmetabolismus genannt) umfasst alle biochemischen Prozesse, durch die der menschliche Organismus Polyphenole aufnimmt, verarbeitet, umwandelt und wieder ausscheidet. Polyphenole sind eine vielfältige Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, die in Obst, Gemüse, Tee, Kaffee, Rotwein und Vollkornprodukten vorkommen. Sie zeichnen sich durch das Vorhandensein mehrerer phenolischer Hydroxylgruppen in ihrer chemischen Struktur aus.
Die Bioverfügbarkeit und biologische Wirksamkeit von Polyphenolen hängt maßgeblich davon ab, wie effizient der Körper sie metabolisiert. Dabei spielen Darmflora, Leberenzyme und individuelle genetische Faktoren eine zentrale Rolle.
Die Aufnahme von Polyphenolen beginnt im Magen-Darm-Trakt. Je nach ihrer chemischen Struktur werden sie unterschiedlich resorbiert:
Der Dickdarm ist der zentrale Ort des Polyphenolstoffwechsels. Die Darmmikrobiota – die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen – spielt eine entscheidende Rolle bei der Biotransformation von Polyphenolen. Bakterien wie Lactobacillus- und Bifidobacterium-Spezies, aber auch andere Darmbewohner, wandeln komplexe Polyphenole in kleinere, leichter resorbierbare Metaboliten um, darunter:
Diese mikrobiellen Metaboliten sind oft biologisch aktiver als die ursprünglichen Polyphenole und verantwortlich für viele der beobachteten gesundheitlichen Effekte.
Nach der Resorption aus dem Darm gelangen Polyphenole und ihre Metaboliten über die Pfortader in die Leber. Dort werden sie durch Phase-II-Stoffwechselreaktionen weiter modifiziert:
Diese konjugierten Metaboliten werden anschließend über die Galle in den Darm zurückgegeben (enterohepatischer Kreislauf) oder über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden.
Die Metaboliten des Polyphenolstoffwechsels entfalten zahlreiche biologische Wirkungen, die in wissenschaftlichen Studien dokumentiert wurden:
Die individuelle Effizienz des Polyphenolstoffwechsels kann erheblich variieren. Folgende Faktoren beeinflussen ihn:
Der Polyphenolstoffwechsel ist von großer Bedeutung für die Präventivmedizin und Ernährungswissenschaft. Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen werden mit einer gestörten Polyphenolverwertung in Verbindung gebracht. Personalisierte Ernährungsstrategien, die auf dem individuellen Mikrobiom und Metabolismus basieren, gewinnen in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung.
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