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Polyphenolsynergie beschreibt das Zusammenwirken mehrerer Polyphenole, das stärkere gesundheitliche Effekte erzielt als jede Einzelverbindung allein.
Polyphenolsynergie beschreibt das Zusammenwirken mehrerer Polyphenole, das stärkere gesundheitliche Effekte erzielt als jede Einzelverbindung allein.
Polyphenolsynergie bezeichnet das Phänomen, bei dem mehrere pflanzliche Polyphenole gemeinsam eine stärkere biologische oder gesundheitliche Wirkung entfalten, als es jede einzelne Verbindung für sich allein tun würde. Das Wort setzt sich zusammen aus Polyphenol – einem natürlich vorkommenden Pflanzenstoff – und Synergie, was so viel bedeutet wie das gegenseitige Verstärken von Wirkungen. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in Früchten, Gemüse, Tee, Kaffee, Rotwein und Vollkornprodukten vorkommen und für ihre antioxidativen sowie entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind.
In der Natur kommen Polyphenole selten isoliert vor. Pflanzen produzieren eine Vielzahl strukturell unterschiedlicher Polyphenole gleichzeitig, darunter Flavonoide, Phenolsäuren, Stilbene (z. B. Resveratrol), Lignane und Tannine. Diese verschiedenen Verbindungsklassen können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen und ergänzen.
Die synergistischen Effekte entstehen auf verschiedenen Ebenen:
Polyphenole wie Quercetin, Epigallocatechingallat (EGCG) aus grünem Tee und Curcumin aus Kurkuma wirken als Radikalfänger. Wenn sie gemeinsam wirken, kann ein Polyphenol ein anderes nach dessen Reaktion mit einem freien Radikal regenerieren. So bleibt das antioxidative Netzwerk länger aktiv.
Bestimmte Polyphenolkombinationen greifen gleichzeitig in mehrere zelluläre Signalwege ein, zum Beispiel in den NF-κB-Signalweg (zentral für Entzündungsreaktionen) und den Nrf2-Signalweg (wichtig für die körpereigene Antioxidationsabwehr). Dieses Mehrzielprinzip ist ein typisches Kennzeichen synergistischer Wirkung.
Im Dickdarm werden Polyphenole von der Darmflora (dem Mikrobiom) metabolisiert. Unterschiedliche Polyphenole fördern unterschiedliche nützliche Bakterienstämme und produzieren verschiedene bioaktive Metabolite, die sich in ihrer Wirkung ergänzen können.
Die Erkenntnis über die Polyphenolsynergie unterstreicht, warum eine abwechslungsreiche, pflanzenreiche Ernährung gegenüber der Einnahme isolierter Einzelsubstanzen bevorzugt wird. Studien zeigen, dass das Zusammenspiel natürlicher Polyphenolmischungen in Lebensmitteln wie Beeren, dunkler Schokolade, Olivenöl oder grünem Tee oft wirkungsvoller ist als die Supplementierung eines einzigen Polyphenols.
Folgende Lebensmittel sind besonders reich an verschiedenen Polyphenolklassen und nutzen damit natürliche Synergiepotenziale:
Auf dem Nahrungsergänzungsmittelmarkt sind zunehmend Produkte erhältlich, die gezielt Polyphenolkombinationen enthalten, um synergistische Effekte zu nutzen. Solche Präparate sollten jedoch kritisch bewertet werden: Die klinische Evidenz für spezifische Polyphenolkombinationen in Supplement-Form ist noch begrenzt. Grundsätzlich sollte eine ausgewogene Ernährung Vorrang haben. Bei bestehenden Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten sollte vor der Verwendung hochdosierter Polyphenolpräparate ärztlicher Rat eingeholt werden, da Wechselwirkungen möglich sind.
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