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Das Prader-Willi-Syndrom ist eine seltene genetische Erkrankung, die durch Muskelschwäche, Kleinwuchs, geistige Behinderung und unstillbares Hungergefühl gekennzeichnet ist.
Das Prader-Willi-Syndrom ist eine seltene genetische Erkrankung, die durch Muskelschwäche, Kleinwuchs, geistige Behinderung und unstillbares Hungergefühl gekennzeichnet ist.
Das Prader-Willi-Syndrom (PWS) ist eine seltene, komplexe genetische Erkrankung, die durch einen Defekt auf Chromosom 15 verursacht wird. Sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen und tritt bei etwa 1 von 10.000 bis 30.000 Geburten auf. Das Syndrom wurde erstmals 1956 von den Schweizer Ärzten Andrea Prader, Heinrich Willi und Alexis Labhart beschrieben. Es zählt zu den häufigsten genetisch bedingten Ursachen von krankhaftem Übergewicht (Adipositas).
Das Prader-Willi-Syndrom entsteht durch den Verlust der Funktion bestimmter Gene auf dem väterlichen Chromosom 15 (Region 15q11-q13). Dies kann durch verschiedene genetische Mechanismen ausgelöst werden:
All diese Mechanismen führen dazu, dass bestimmte Gene, die normalerweise nur vom Vater aktiv sind, nicht exprimiert werden. Dies beeinträchtigt vor allem den Hypothalamus, einen Teil des Gehirns, der Hunger, Sättigung, Wachstum und Hormonfunktionen steuert.
Die Symptome des Prader-Willi-Syndroms verändern sich im Verlauf des Lebens und lassen sich in zwei Phasen unterteilen:
Die Diagnose des Prader-Willi-Syndroms erfolgt klinisch und durch genetische Tests:
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um rechtzeitig mit Therapiemaßnahmen zu beginnen und Folgeerkrankungen wie Adipositas zu verhindern.
Es gibt keine Heilung für das Prader-Willi-Syndrom, aber die Symptome können durch ein multidisziplinäres Behandlungsteam wirksam behandelt werden:
Eine kalorienreduzierte, ausgewogene Ernährung ist essenziell. Betroffene benötigen strenge Kontrolle des Zugangs zu Nahrungsmitteln, da das Sättigungsgefühl fehlt. Ernährungsberater und strukturierte Mahlzeiten sind wichtige Bestandteile der Versorgung.
Die Behandlung mit rekombinantem Wachstumshormon (Somatropin) ist eine der wirksamsten Therapien. Sie verbessert Körpergröße, Muskelmasse, Körperzusammensetzung und kognitive Funktionen. Die Therapie sollte so früh wie möglich beginnen.
Bei Hypogonadismus können Sexualhormone (Östrogen oder Testosteron) verabreicht werden, um die Pubertät einzuleiten und die Knochendichte zu erhalten.
Zur Verbesserung der Muskelfunktion, Motorik und Alltagsfähigkeiten.
Zur Unterstützung bei Sprach- und Schluckstörungen, insbesondere im Säuglingsalter.
Zur Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten, Zwangshandlungen und emotionalen Schwierigkeiten.
Individuell angepasste Bildungsprogramme fördern die kognitive Entwicklung und soziale Integration.
Mit einer frühzeitigen, umfassenden Behandlung können viele Betroffene ein weitgehend selbstständiges Leben führen. Die größten Risiken im Erwachsenenalter sind Adipositas-bedingte Komplikationen wie Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafapnoe. Regelmäßige medizinische Kontrollen und ein strukturiertes Umfeld sind entscheidend für eine gute Lebensqualität.
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