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Die Relaxationsreaktion ist eine natürliche Stressgegenreaktion des Körpers, die Herzrate, Blutdruck und Atemfrequenz senkt und tief entspannend wirkt.
Die Relaxationsreaktion ist eine natürliche Stressgegenreaktion des Körpers, die Herzrate, Blutdruck und Atemfrequenz senkt und tief entspannend wirkt.
Die Relaxationsreaktion (englisch: Relaxation Response) ist eine angeborene physiologische Schutzreaktion des menschlichen Körpers, die als Gegenpol zur sogenannten Kampf-oder-Flucht-Reaktion (Fight-or-Flight-Response) fungiert. Sie wurde erstmals in den 1970er-Jahren vom amerikanischen Kardiologen und Harvard-Professor Herbert Benson wissenschaftlich beschrieben und definiert. Dabei handelt es sich um einen Zustand tiefer körperlicher und mentaler Entspannung, der durch gezielte Techniken bewusst herbeigeführt werden kann.
In diesem Zustand senkt der Körper gezielt die Aktivität des sympathischen Nervensystems und aktiviert das parasympathische Nervensystem – auch bekannt als der Rest-and-Digest-Zweig des autonomen Nervensystems. Das Ergebnis ist eine messbare Reduktion körperlicher Stressreaktionen sowie ein tiefer Entspannungszustand, der Körper und Geist regeneriert.
Wenn die Relaxationsreaktion ausgelöst wird, lassen sich folgende physiologische Veränderungen beobachten:
Die Relaxationsreaktion kann durch verschiedene Techniken aktiv herbeigeführt werden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie eine ruhige Umgebung, eine fokussierte Aufmerksamkeit und eine passive Einstellung gegenüber ablenkenden Gedanken fördern:
Tiefes, bewusstes Atmen – insbesondere die Zwerchfellatmung (diaphragmatische Atmung) – ist eine der einfachsten Methoden, um die Relaxationsreaktion zu initiieren. Langsame Ausatmung aktiviert den Vagusnerv und hemmt das sympathische Nervensystem.
Achtsamkeitsmeditation und andere Meditationsformen, wie die transzendentale Meditation, wurden in zahlreichen Studien als wirksam zur Auslösung der Relaxationsreaktion bestätigt. Regelmäßige Praxis führt zu nachhaltigen neurobiologischen Veränderungen.
Bei der von Edmund Jacobson entwickelten progressiven Muskelentspannung werden Muskelgruppen nacheinander bewusst angespannt und entspannt. Diese Methode fördert die Körperwahrnehmung und reduziert muskuläre Spannungen effektiv.
Das autogene Training nach Johannes Heinrich Schultz nutzt Autosuggestion (innere Vorstellung von Wärme und Schwere), um eine tiefe Entspannung zu erzielen und die Relaxationsreaktion zu aktivieren.
Bewegungsbasierte Entspannungsverfahren wie Yoga und Tai-Chi kombinieren körperliche Übungen mit Atemkontrolle und mentaler Fokussierung und sind ebenfalls in der Lage, die Relaxationsreaktion auszulösen.
Die regelmäßige Aktivierung der Relaxationsreaktion hat nachgewiesene gesundheitliche Vorteile und wird in der modernen Medizin als ergänzende Therapiemethode eingesetzt. Zu den Anwendungsgebieten gehören:
Die Relaxationsreaktion ist eines der am besten untersuchten Entspannungskonzepte in der Medizin. Studien des Benson-Henry Institute for Mind Body Medicine an der Harvard Medical School belegen, dass regelmäßige Entspannungspraxis auf genetischer Ebene wirkt: Es kommt zu einer veränderten Genexpression, insbesondere in Genen, die mit Entzündungsprozessen, oxidativem Stress und dem Energiestoffwechsel assoziiert sind. Diese Erkenntnisse unterstreichen die tiefgreifende biologische Wirkung der Entspannungsreaktion über rein subjektive Wohlbefindenssteigerungen hinaus.
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