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Retatrutid ist ein experimenteller Wirkstoff zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes, der gleichzeitig drei Hormonrezeptoren aktiviert.
Zu bevorzugten Quellen hinzufügenRetatrutid ist ein experimenteller Wirkstoff zur Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes, der gleichzeitig drei Hormonrezeptoren aktiviert.
Retatrutid ist ein dreifacher Hormonrezeptor-Agonist (auch Triple-Agonist genannt), der sich derzeit in der klinischen Entwicklung befindet. Der Wirkstoff aktiviert gleichzeitig drei verschiedene Rezeptoren: den GLP-1-Rezeptor (Glucagon-like Peptide-1), den GIP-Rezeptor (Glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) sowie den Glukagon-Rezeptor. Durch diese einzigartige dreifache Wirkweise soll Retatrutid eine besonders starke Reduktion des Körpergewichts und eine verbesserte Blutzuckerkontrolle ermöglichen.
Retatrutid wird primär für folgende Anwendungsgebiete erforscht:
Der Wirkmechanismus von Retatrutid basiert auf der simultanen Aktivierung dreier Inkretinhormon- und Stoffwechselrezeptoren:
Die Stimulation des GLP-1-Rezeptors fördert die Insulinausschüttung in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel, hemmt die Glukagonfreisetzung, verlangsamt die Magenentleerung und reduziert den Appetit. Diese Effekte führen zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle und einem geringeren Kalorienkonsum.
Der GIP-Rezeptor (Glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) verstärkt die insulinstimulierende Wirkung und trägt zur Regulierung des Fettgewebes bei. Die kombinierte GLP-1- und GIP-Aktivierung wurde bereits beim Wirkstoff Tirzepatid erfolgreich gezeigt.
Die zusätzliche Aktivierung des Glukagon-Rezeptors erhöht den Energieverbrauch und fördert den Fettabbau (Lipolyse) in der Leber. Dies unterscheidet Retatrutid von bereits zugelassenen Wirkstoffen wie Semaglutid oder Tirzepatid und könnte für eine deutlich größere Gewichtsreduktion verantwortlich sein.
In einer Phase-2-Studie, die 2023 im Fachjournal The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, zeigte Retatrutid beeindruckende Ergebnisse:
Retatrutid wird als subkutane Injektion (unter die Haut) verabreicht, typischerweise einmal wöchentlich. In klinischen Studien wurden verschiedene Dosierungen erprobt, wobei die Dosis schrittweise gesteigert wurde, um die Verträglichkeit zu verbessern. Die genauen Dosierungsempfehlungen für den klinischen Einsatz werden noch im Rahmen laufender Phase-3-Studien ermittelt.
Die in klinischen Studien beobachteten Nebenwirkungen ähneln denen anderer GLP-1-basierter Wirkstoffe:
Das vollständige Sicherheitsprofil wird in laufenden Phase-3-Studien weiter untersucht.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist Retatrutid noch nicht zugelassen und befindet sich in der klinischen Entwicklung. Eli Lilly and Company entwickelt den Wirkstoff und führt Phase-3-Studien durch, um die Sicherheit und Wirksamkeit bei größeren Patientenpopulationen zu bestätigen. Eine mögliche Marktzulassung wird für die zweite Hälfte der 2020er Jahre erwartet.