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Die Retikulozytenzahl gibt an, wie viele unreife rote Blutkörperchen im Blut vorhanden sind. Sie ist ein wichtiger Marker zur Beurteilung der Blutbildung im Knochenmark.
Die Retikulozytenzahl gibt an, wie viele unreife rote Blutkörperchen im Blut vorhanden sind. Sie ist ein wichtiger Marker zur Beurteilung der Blutbildung im Knochenmark.
Die Retikulozytenzahl ist ein Laborwert, der die Anzahl der Retikulozyten im Blut misst. Retikulozyten sind unreife, noch nicht vollständig ausgereifte rote Blutkörperchen (Erythrozyten), die direkt aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf übergehen. Sie enthalten noch Reste von ribosomaler RNA, die bei der Färbung im Labor sichtbar gemacht werden können. Innerhalb von ein bis zwei Tagen reifen Retikulozyten zu vollständigen Erythrozyten heran.
Die Bestimmung der Retikulozytenzahl liefert wichtige Informationen darüber, wie aktiv das Knochenmark neue rote Blutkörperchen produziert. Sie ist damit ein direkter Indikator für die Erythropoese, also die Blutbildung.
Bei gesunden Erwachsenen liegt die Retikulozytenzahl üblicherweise zwischen 0,5 % und 2,5 % aller roten Blutkörperchen, was absolut gesehen etwa 25.000 bis 85.000 Retikulozyten pro Mikroliter Blut entspricht. Bei Neugeborenen sind die Werte physiologisch erhöht und normalisieren sich in den ersten Lebenswochen.
Eine erhöhte Retikulozytenzahl weist darauf hin, dass das Knochenmark verstärkt neue rote Blutkörperchen produziert. Dies kann folgende Ursachen haben:
Eine erniedrigte Retikulozytenzahl deutet auf eine verminderte oder gestörte Blutbildung im Knochenmark hin. Mögliche Ursachen sind:
Die Retikulozytenzahl wird aus einer einfachen Blutprobe (venöse Blutentnahme) bestimmt. Im Labor werden die Blutzellen mit einem speziellen Farbstoff (z. B. Brillantkresylblau oder Neufuchsin) angefärbt, der die RNA-Reste in den Retikulozyten sichtbar macht. Moderne Hämatologieanalysatoren können die Messung automatisch und sehr präzise durchführen.
Neben dem prozentualen Anteil wird häufig auch der absolute Retikulozytenwert angegeben, der eine genauere Beurteilung der Knochenmarkaktivität ermöglicht. Ergänzend kann der Retikulozyten-Produktions-Index (RPI) berechnet werden, der den Schweregrad einer Anämie mit der Knochenmarkreserve in Beziehung setzt.
Der Arzt oder die Ärztin ordnet diese Untersuchung typischerweise an bei:
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