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Die Schlafhormontherapie nutzt das körpereigene Hormon Melatonin, um Schlafstörungen zu behandeln. Sie hilft beim Einschlafen und reguliert den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die Schlafhormontherapie nutzt das körpereigene Hormon Melatonin, um Schlafstörungen zu behandeln. Sie hilft beim Einschlafen und reguliert den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die Schlafhormontherapie bezeichnet den medizinischen Einsatz von Melatonin – dem wichtigsten körpereigenen Schlafhormon – zur Behandlung von Schlafstörungen und zur Regulierung des zirkadianen Rhythmus (der inneren Uhr des Menschen). Melatonin wird natürlicherweise in der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn produziert und bei Dunkelheit ausgeschüttet. Es signalisiert dem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist.
Die Schlafhormontherapie wird sowohl in Form von verschreibungspflichtigen Präparaten als auch in Form von frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln angewendet. In Deutschland ist Melatonin als Arzneimittel ab einer Dosierung von 0,5 mg rezeptpflichtig.
Die Schlafhormontherapie wird bei verschiedenen Schlaf- und Rhythmusstörungen eingesetzt:
Melatonin bindet an spezifische Melatonin-Rezeptoren (MT1 und MT2) im Hypothalamus, insbesondere im sogenannten suprachiasmatischen Kern – dem zentralen Taktgeber der inneren Uhr. Durch diese Bindung werden folgende Prozesse ausgelöst:
Die Wirkung von Melatonin ist dabei nicht sedierend im klassischen Sinne (wie z. B. bei Schlafmitteln), sondern chronobiologisch: Es verschiebt oder stabilisiert den Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die empfohlene Dosierung variiert je nach Anwendungsgebiet und Präparat. Übliche Dosierungen liegen zwischen 0,5 und 5 mg Melatonin. Das Präparat sollte in der Regel 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Bei der Behandlung von Jetlag wird Melatonin oft zum Schlafzeitpunkt am Zielort eingenommen, um die innere Uhr rascher anzupassen.
Es gibt sowohl schnell freisetzende als auch retardierte (langsam freisetzende) Melatonin-Präparate. Retardierte Formen werden vor allem bei Durchschlafproblemen eingesetzt, da sie den Melatoninspiegel über die Nacht aufrechterhalten.
Melatonin gilt bei kurzfristiger Anwendung als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind:
Die Langzeitsicherheit bei dauerhafter Einnahme ist noch nicht abschließend erforscht. Melatonin sollte daher nicht ohne ärztliche Rücksprache über längere Zeiträume eingenommen werden. Für Schwangere und Stillende wird die Einnahme generell nicht empfohlen, da ausreichende Sicherheitsdaten fehlen.
Melatonin kann mit verschiedenen Medikamenten und Substanzen in Wechselwirkung treten:
Im Gegensatz zu klassischen Schlafmitteln wie Benzodiazepinen oder Z-Substanzen (z. B. Zolpidem) führt Melatonin nicht zu einer körperlichen Abhängigkeit und hat kein bekanntes Abhängigkeitspotenzial. Es hat auch keinen narkotischen Effekt, sondern unterstützt den Körper bei der natürlichen Einleitung des Schlafs. Daher wird die Schlafhormontherapie oft als sanftere und physiologisch nähere Alternative betrachtet.
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