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Die Schultze-Färbung ist eine histochemische Nachweismethode für Zellulose und Stärke in pflanzlichem Gewebe. Sie wird in der Botanik und Lebensmittelanalytik eingesetzt.
Die Schultze-Färbung ist eine histochemische Nachweismethode für Zellulose und Stärke in pflanzlichem Gewebe. Sie wird in der Botanik und Lebensmittelanalytik eingesetzt.
Die Schultze-Färbung ist eine klassische histochemische Methode, die zum Nachweis von Zellulose und Stärke in pflanzlichem Gewebe verwendet wird. Sie wurde nach dem deutschen Botaniker Max Johann Sigismund Schultze benannt und gehört zu den grundlegenden Färbetechniken der Pflanzenhistologie sowie der Lebensmittelanalytik. Das Verfahren basiert auf der Reaktion spezifischer Polysaccharide mit einem jodhaltigen Reagenz, das in Kombination mit Schwefelsäure angewendet wird.
Die Schultze-Färbung nutzt ein zweistufiges chemisches Reaktionsprinzip:
Diese farblichen Reaktionen ermöglichen eine eindeutige Unterscheidung und Lokalisierung von Stärke und Zellulose in Gewebeschnitten.
In der botanischen Mikroskopie wird die Schultze-Färbung eingesetzt, um pflanzliche Zellwandbestandteile zu identifizieren und zu lokalisieren. Sie erlaubt die Unterscheidung zwischen zellulosereichem Gewebe (z. B. Faserzellen, Epidermis) und stärkehaltigen Speicherorganen (z. B. Kartoffelknollen, Getreidekörner).
In der Lebensmittelanalytik wird die Schultze-Färbung genutzt, um den Stärke- und Zellulosgehalt in Nahrungsmitteln mikroskopisch zu beurteilen. Sie ist ein wichtiges Werkzeug zur Identifikation und Qualitätskontrolle pflanzlicher Rohstoffe und Lebensmittel.
Auch in der Pharmakognosie – der Wissenschaft von pflanzlichen Arzneistoffen – findet die Schultze-Färbung Anwendung, um Drogen und Pflanzenpulver auf ihren Gehalt an charakteristischen Polysacchariden zu untersuchen.
Die typische Durchführung der Schultze-Färbung erfolgt in folgenden Schritten:
Die Reaktion ist reversibel und muss daher zügig ausgewertet werden, da die Färbung mit der Zeit verblassen kann.
Die Schultze-Färbung ist ein einfaches, kostengünstiges und schnell durchführbares Verfahren zur qualitativen Identifikation von Polysacchariden in pflanzlichem Material. Sie eignet sich jedoch vorrangig für qualitative Aussagen; für quantitative Analysen sind modernere Methoden wie die HPLC oder enzymatische Verfahren vorzuziehen. Zudem erfordert der Umgang mit konzentrierter Schwefelsäure besondere Schutzmaßnahmen im Labor.
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