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Selektiv beschreibt in der Medizin die gezielte Wirkung eines Stoffes oder Verfahrens auf bestimmte Zellen, Rezeptoren oder Gewebe – ohne andere Strukturen zu beeinflussen.
Selektiv beschreibt in der Medizin die gezielte Wirkung eines Stoffes oder Verfahrens auf bestimmte Zellen, Rezeptoren oder Gewebe – ohne andere Strukturen zu beeinflussen.
Der Begriff selektiv stammt vom lateinischen Wort seligere (auswählen) und beschreibt in der Medizin und Pharmakologie die Eigenschaft eines Wirkstoffs, Verfahrens oder Mechanismus, gezielt auf bestimmte Zielstrukturen zu wirken. Eine selektive Wirkung bedeutet, dass nur spezifische Rezeptoren, Zellen, Gewebe oder Organe angesprochen werden, während andere Strukturen möglichst verschont bleiben.
In der Pharmakologie ist Selektivität ein zentrales Qualitätsmerkmal von Arzneimitteln. Je selektiver ein Wirkstoff ist, desto gezielter kann er therapeutisch eingesetzt werden und desto geringer ist in der Regel das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen.
In der Krebsmedizin spielt Selektivität eine besonders wichtige Rolle. Zielgerichtete Therapien (englisch: targeted therapies) richten sich gegen spezifische Moleküle oder genetische Veränderungen in Tumorzellen. Dies ermöglicht eine wirksamere Behandlung bei gleichzeitig reduzierter Belastung des gesunden Gewebes im Vergleich zur klassischen Chemotherapie.
Auch in der Diagnostik ist Selektivität ein wichtiges Konzept. Ein selektiver Test erkennt zuverlässig das gesuchte Merkmal (z. B. einen bestimmten Biomarker oder Erreger), ohne durch ähnliche Substanzen oder Strukturen gestört zu werden. In der Labormedizin wird zwischen Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifität (Selektivität) eines Tests unterschieden.
In operativen und strahlentherapeutischen Verfahren bezeichnet selektiv einen gezielten Eingriff, der nur das erkrankte Gewebe behandelt. Beispiele sind die selektive arterielle Embolisation, bei der gezielt Blutgefäße verschlossen werden, oder die stereotaktische Bestrahlung, die Tumorgewebe präzise bestrahlt und gesundes Gewebe schont.
Das Prinzip der Selektivität ist in nahezu allen medizinischen Fachgebieten von Bedeutung. Eine hohe Selektivität von Medikamenten, Eingriffen oder Diagnosemethoden trägt dazu bei:
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