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Das Selenoproteinprofil beschreibt die Gesamtheit der selenabhängigen Proteine im menschlichen Körper und gibt Aufschluss über den funktionellen Selenstatus sowie selenabhängige Stoffwechselprozesse.
Das Selenoproteinprofil beschreibt die Gesamtheit der selenabhängigen Proteine im menschlichen Körper und gibt Aufschluss über den funktionellen Selenstatus sowie selenabhängige Stoffwechselprozesse.
Das Selenoproteinprofil bezeichnet die Gesamtheit aller im menschlichen Organismus vorkommenden Selenoproteine – also Proteine, die das Spurenelement Selen in Form der Aminosäure Selenocystein enthalten. Selenocystein wird häufig als die 21. proteinogene Aminosäure bezeichnet und ist essenziell für die biologische Aktivität dieser Proteine. Beim Menschen sind bislang 25 verschiedene Selenoproteine identifiziert worden, die eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen erfüllen.
Die Analyse des Selenoproteinprofils dient dazu, den funktionellen Selenstatus einer Person zu beurteilen – also nicht nur, wie viel Selen im Blut vorhanden ist, sondern wie gut die selenabhängigen Prozesse im Körper tatsächlich funktionieren. Damit geht das Selenoproteinprofil über eine einfache Selenmessung im Serum hinaus.
Selenoproteine übernehmen im menschlichen Körper zahlreiche regulatorische und schützende Aufgaben. Zu den wichtigsten zählen:
Die Bestimmung des Selenoproteinprofils ist besonders relevant bei Verdacht auf einen Selenmangel oder bei Erkrankungen, die mit einer veränderten Selenoproteinexpression in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören:
Genetische Varianten in Selenoproteingenen (Selenoprotein-Polymorphismen) können ebenfalls zu einer veränderten Proteinexpression oder -funktion führen und so das individuelle Krankheitsrisiko beeinflussen.
Die Analyse des Selenoproteinprofils erfolgt in spezialisierten Laboren und umfasst typischerweise die Messung folgender Parameter:
Die Kombination dieser Marker ermöglicht eine differenzierte Beurteilung, ob ein Selenmangel vorliegt, ob die selenabhängigen Enzyme ausreichend aktiv sind, und ob eine Supplementierung sinnvoll ist.
Bei einem Selenmangel sinkt die Expression und Aktivität der Selenoproteine, wobei eine Hierarchie der Versorgung besteht: Gehirn und Schilddrüse werden bevorzugt mit Selen versorgt, während Skelettmuskel und Plasma zuerst betroffen sind. Ein Selenmangel kann folgende Symptome und Erkrankungen begünstigen:
Die Kenntnis des Selenoproteinprofils kann die gezielte Selensupplementierung unterstützen. Es ist jedoch zu beachten, dass eine Überversorgung mit Selen (Selenose) toxisch wirken kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt einen Tolerable Upper Intake Level (UL) von 300 µg Selen pro Tag für Erwachsene. Die optimale Selenzufuhr für eine maximale Selenoproteinexpression liegt je nach Studie bei etwa 80–100 µg pro Tag.
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