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Sirtuine sind eine Familie von Proteinen, die als Regulatoren des Zellstoffwechsels, der DNA-Reparatur und des Alterungsprozesses gelten. Sie spielen eine zentrale Rolle in der modernen Longevity-Forschung.
Sirtuine sind eine Familie von Proteinen, die als Regulatoren des Zellstoffwechsels, der DNA-Reparatur und des Alterungsprozesses gelten. Sie spielen eine zentrale Rolle in der modernen Longevity-Forschung.
Sirtuine sind eine evolutionär hochkonservierte Familie von NAD+-abhängigen Deacetylasen und ADP-Ribosyltransferasen – also Enzymen, die bestimmte chemische Gruppen von Proteinen abspalten oder übertragen. Beim Menschen sind sieben verschiedene Sirtuine bekannt, die als SIRT1 bis SIRT7 bezeichnet werden. Sie kommen in verschiedenen Zellkompartimenten vor: im Zellkern, im Zytoplasma und in den Mitochondrien.
Der Name leitet sich vom englischen Begriff Silent Information Regulator ab, da Sirtuine ursprünglich als Regulatoren der Genexpression entdeckt wurden. Heute weiß man, dass ihre Funktionen weit darüber hinausgehen.
Sirtuine benötigen für ihre Aktivität das Molekül NAD+ (Nicotinamidadenindinukleotid) als Cofaktor. Dabei katalysieren sie die Entfernung von Acetylgruppen von Zielproteinen – ein Vorgang, der als Deacetylierung bezeichnet wird. Durch diese Modifikation verändern sie die Aktivität zahlreicher Zielproteine und beeinflussen dadurch weitreichende zelluläre Prozesse.
Sirtuine stehen im Zentrum der Alternsforschung. Studien an Modellorganismen wie Hefepilzen, Fadenwürmern und Fruchtfliegen zeigen, dass eine erhöhte Sirtuin-Aktivität die Lebensspanne verlängern kann. Beim Menschen ist die genaue Rolle im Alterungsprozess noch Gegenstand intensiver Forschung. Als entscheidender Faktor gilt dabei der zelluläre NAD+-Spiegel, der mit zunehmendem Alter abnimmt und damit die Sirtuin-Aktivität reduziert.
Sirtuine, insbesondere SIRT1 und SIRT3, regulieren den Energiestoffwechsel und verbessern die Reaktion des Körpers auf Kalorienrestriktion und Fasten. Sie aktivieren die Fettverbrennung, verbessern die Mitochondrienfunktion und können die Insulinsensitivität erhöhen.
SIRT1 und SIRT6 sind maßgeblich an der Erkennung und Reparatur von DNA-Schäden beteiligt. Eine verminderte Sirtuin-Aktivität kann zu einer Anhäufung von Mutationen und damit zu einem erhöhten Krebsrisiko beitragen.
Durch die Modulation des Transkriptionsfaktors NF-kB – einem zentralen Treiber chronischer Entzündungen – wirken Sirtuine entzündungshemmend. Dies macht sie zu potenziellen Zielmolekülen bei der Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen.
Da die Sirtuin-Aktivität vom NAD+-Spiegel abhängt, werden verschiedene Strategien zur Steigerung dieser Aktivität untersucht:
Aufgrund ihrer vielfältigen regulatorischen Funktionen gelten Sirtuine als vielversprechende Zielmoleküle für die Entwicklung neuer Therapien bei Diabetes mellitus Typ 2, neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie verschiedenen Krebsarten. Derzeit befinden sich mehrere Sirtuin-Modulatoren in präklinischen und frühen klinischen Studien. Eine breite therapeutische Anwendung steht jedoch noch aus.
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