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SS-31 (Elamipretid) ist ein synthetisches, mitochondrien-zielgerichtetes Peptid, das die Zellenergieproduktion unterstützt und bei verschiedenen mitochondrialen Erkrankungen erforscht wird.
SS-31 (Elamipretid) ist ein synthetisches, mitochondrien-zielgerichtetes Peptid, das die Zellenergieproduktion unterstützt und bei verschiedenen mitochondrialen Erkrankungen erforscht wird.
SS-31, auch bekannt unter dem Wirkstoffnamen Elamipretid oder den Bezeichnungen MTP-131 und Bendavia, ist ein synthetisch hergestelltes tetrapeptides Molekül aus der Klasse der sogenannten Szeto-Schiller-Peptide (SS-Peptide). Diese Peptidklasse wurde von den Wissenschaftlern Hazel Szeto und Peter Schiller entwickelt und ist speziell dafür konzipiert, gezielt in die innere Mitochondrienmembran zu gelangen und dort schützend zu wirken. SS-31 besteht aus vier Aminosäuren (D-Arg-Dmt-Lys-Phe-NH2) und zählt zu den vielversprechendsten Kandidaten in der Erforschung mitochondrialer Medizin.
Der zentrale Wirkmechanismus von SS-31 beruht auf seiner Fähigkeit, sich selektiv an Cardiolipin zu binden – einem einzigartigen Phospholipid, das ausschließlich in der inneren Mitochondrienmembran vorkommt und für die Funktion der Atmungskette sowie für die Energieproduktion (ATP-Synthese) essenziell ist.
SS-31 befindet sich in verschiedenen Stadien der klinischen und präklinischen Forschung und wird für ein breites Spektrum an Erkrankungen untersucht, bei denen mitochondriale Dysfunktion eine Schlüsselrolle spielt:
In klinischen Studien wird SS-31 (als Elamipretid) bei Herzinsuffizienz und beim ischämischen Reperfusionsschaden (Gewebeschäden nach Wiederherstellung der Durchblutung, z.B. nach einem Herzinfarkt) untersucht. Präklinische Daten zeigten eine Reduktion des Infarktvolumens und eine verbesserte Herzfunktion.
Wegen des hohen Energiebedarfs der Nierenzellen kann mitochondriale Dysfunktion zur akuten Nierenverletzung (AKI) beitragen. SS-31 wird auf seine nierenschützende (nephroprotektive) Wirkung hin untersucht.
Mitochondriale Schäden sind ein bekanntes Merkmal bei Alzheimer-Demenz, Parkinson-Krankheit und anderen neurodegenerativen Erkrankungen. Tiermodelle zeigten, dass SS-31 neuroprotektiv wirken und den kognitiven Abbau verlangsamen kann.
Bei seltenen primären mitochondrialen Myopathien (genetisch bedingten Erkrankungen der Mitochondrien) wird SS-31 als mögliche Therapie untersucht, da es unabhängig von der spezifischen genetischen Mutation die Mitochondrienfunktion verbessern kann.
Da oxidativer Stress und mitochondrialer Funktionsverlust als Haupttreiber des biologischen Alterns gelten, wird SS-31 auch im Kontext der Alterungsforschung (Geroscience) untersucht. Tierversuche zeigten Verbesserungen bei der Muskelfunktion, Ausdauer und allgemeinen Vitalität älterer Tiere.
In klinischen Studien wird SS-31 (Elamipretid) typischerweise als subkutane Injektion oder intravenöse Infusion verabreicht. Da das Molekül oral nicht ausreichend bioverfügbar ist, stehen orale Darreichungsformen nicht im Fokus der klinischen Entwicklung. Standardisierte Dosierungsempfehlungen für den klinischen Gebrauch außerhalb von Studien existieren derzeit nicht, da SS-31 noch nicht als zugelassenes Medikament verfügbar ist.
In bisherigen klinischen Studien zeigte SS-31 ein insgesamt günstiges Sicherheitsprofil. Zu den berichteten, meist milden Nebenwirkungen zählten:
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden in frühen Studien selten berichtet. Da die Langzeitsicherheit und Wirksamkeit noch nicht vollständig belegt sind, sollte SS-31 ausschließlich im Rahmen klinischer Studien oder unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.
SS-31 wurde in mehreren Phase-I-, Phase-II- und Phase-III-Studien untersucht. Bedeutende Studien umfassen die PROGRESS-HF-Studie (bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion) sowie Studien bei primären mitochondrialen Myopathien (PMM). Obwohl einige Studien gemischte primäre Endpunkte lieferten, zeigen Biomarker-Daten und sekundäre Endpunkte weiterhin biologische Aktivität und klinisches Potenzial. Die Forschung ist aktiv und das Molekül gilt als einer der führenden mitochondrialen Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung.
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