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Talgdrüsenöl ist das von den Talgdrüsen der Haut produzierte natürliche Hautfett (Sebum). Es schützt die Haut vor Austrocknung und hat antimikrobielle Eigenschaften.
Talgdrüsenöl ist das von den Talgdrüsen der Haut produzierte natürliche Hautfett (Sebum). Es schützt die Haut vor Austrocknung und hat antimikrobielle Eigenschaften.
Talgdrüsenöl, auch bekannt als Sebum, ist ein natürliches, fettreiches Sekret, das von den Talgdrüsen der menschlichen Haut produziert wird. Es handelt sich dabei nicht um ein pflanzliches oder industriell gewonnenes Öl, sondern um ein körpereigenes Hautlipid, das eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Hautgesundheit spielt. Die Talgdrüsen befinden sich in der Dermis (Lederhaut) und sind fast überall am Körper verteilt, besonders dicht im Gesicht, auf der Kopfhaut, am Rücken und an der Brust.
Sebum ist ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Lipiden. Die wichtigsten Bestandteile sind:
Sebum erfüllt mehrere wichtige physiologische Aufgaben für die Haut und den gesamten Organismus:
Das Talgdrüsenöl bildet zusammen mit dem Schweiß den sogenannten Hydrolipidfilm auf der Hautoberfläche. Dieser schützt die Haut vor dem Austrocknen, reguliert den transepidermalen Wasserverlust und wirkt als physikalische Barriere gegen Umwelteinflüsse wie Schmutz, Bakterien und Pilze.
Bestimmte Fettsäuren im Sebum, insbesondere die Sapiensäure und Linolsäure, besitzen antimikrobielle Eigenschaften. Sie tragen dazu bei, das natürliche Gleichgewicht der Hautflora (Mikrobiom) aufrechtzuerhalten und das Wachstum pathogener Mikroorganismen zu hemmen.
Das im Sebum enthaltene Squalen fungiert als Antioxidans und schützt die Haut vor oxidativem Stress durch UV-Strahlung und Umweltverschmutzung.
Die Produktion von Talgdrüsenöl wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:
Eine übermäßige Talgproduktion (Seborrhö) ist ein Hauptfaktor bei der Entstehung von Akne. Wenn überschüssiges Sebum zusammen mit abgestorbenen Hautzellen die Haarfollikel verstopft, entstehen Mitesser (Komedonen). Das Bakterium Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes) kann sich in diesem Umfeld vermehren und Entzündungsreaktionen auslösen, die zu Pickeln und Pusteln führen.
Eine übermäßige oder veränderte Sebumproduktion kann auch zur seborrhoischen Dermatitis beitragen, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die sich durch schuppige, gerötete Stellen vor allem auf der Kopfhaut, im Gesicht und an der Brust manifestiert.
Umgekehrt kann eine zu geringe Talgproduktion zu trockener, schuppiger und gereizter Haut führen, da der schützende Hydrolipidfilm nicht ausreichend ausgebildet wird.
Die Sebumproduktion kann durch dermatologische Methoden gemessen werden. Häufig eingesetzte Verfahren sind:
Das Verständnis der Zusammensetzung und Funktion von Sebum hat die Entwicklung moderner Hautpflegeprodukte maßgeblich beeinflusst. Sebomimetische Produkte versuchen, die Zusammensetzung des Sebums nachzuahmen, um die Hautbarriere zu unterstützen. Inhaltsstoffe wie Squalen, Wachsester (z. B. aus Jojobaöl) und spezifische Fettsäuren werden gezielt in Kosmetika eingesetzt. Umgekehrt zielt eine Reihe von Hautpflegeprodukten und medizinischen Therapien darauf ab, die übermäßige Talgproduktion zu reduzieren (z. B. Retinoide bei Akne).
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