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Tetrahydrobiopterinmangel (BH4-Mangel) ist eine seltene Stoffwechselerkrankung, bei der der Cofaktor BH4 fehlt. Dies führt zu erhöhten Phenylalaninwerten und neurologischen Störungen.
Tetrahydrobiopterinmangel (BH4-Mangel) ist eine seltene Stoffwechselerkrankung, bei der der Cofaktor BH4 fehlt. Dies führt zu erhöhten Phenylalaninwerten und neurologischen Störungen.
Tetrahydrobiopterinmangel (kurz: BH4-Mangel) ist eine seltene, angeborene Stoffwechselerkrankung. Tetrahydrobiopterin (BH4) ist ein lebenswichtiger Cofaktor – also ein Hilfsmolekül – für mehrere Enzyme im menschlichen Körper. Fehlt BH4 oder liegt es in unzureichender Menge vor, kommt es zu schwerwiegenden Störungen im Aminosäure- und Neurotransmitterstoffwechsel. Die Erkrankung gehört zur Gruppe der Hyperphenylalaninaemien, da sie wie die klassische Phenylketonurie (PKU) zu erhöhten Phenylalaninspiegeln im Blut führt.
Tetrahydrobiopterinmangel wird durch genetische Defekte in den Enzymen verursacht, die an der Synthese oder Regeneration von BH4 beteiligt sind. Je nach betroffenem Enzym unterscheidet man verschiedene Unterformen:
Allen Formen gemeinsam ist, dass BH4 als Cofaktor für die Enzyme Phenylalaninhydroxylase, Tyrosinhydroxylase und Tryptophanhydroxylase nicht ausreichend zur Verfügung steht. Dadurch werden sowohl der Abbau von Phenylalanin als auch die Synthese der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin beeinträchtigt.
Das klinische Bild des Tetrahydrobiopterinmangels ist vielschichtig und hängt von der jeweiligen Unterform sowie dem Schweregrad des Enzymdefekts ab. Typische Symptome sind:
Ohne frühzeitige Diagnose und Behandlung können schwere und irreversible neurologische Schäden auftreten.
Die Erstdiagnose erfolgt häufig im Rahmen des Neugeborenen-Screenings, bei dem erhöhte Phenylalaninwerte im Blut auffallen. Da jedoch nicht jede Hyperphenylalaninaemie auf einem BH4-Mangel beruht, sind weitere Untersuchungen notwendig:
Die Therapie des Tetrahydrobiopterinmangels richtet sich nach der jeweiligen Unterform und umfasst in der Regel eine Kombination aus mehreren Maßnahmen:
Bei BH4-responsiven Formen kann Sapropterin (synthetisches BH4, Handelsnamen z. B. Kuvan) eingesetzt werden. Es senkt den Phenylalaninblutsspiegel und verbessert die Enzymfunktion.
Da die Synthese von Dopamin und Serotonin gestört ist, werden Vorläufersubstanzen dieser Neurotransmitter verabreicht:
Beim DHPR-Mangel kommt es häufig zu einem Mangel an Tetrahydrofolat im Gehirn, weshalb zusätzlich Folinsäure supplementiert wird.
Bei bestehender Hyperphenylalaninaemie kann ergänzend eine phenylalaninreduzierte Diät notwendig sein, wie sie auch bei der klassischen PKU eingesetzt wird.
Eine frühzeitige Diagnose und Therapieeinleitung sind entscheidend, um neurologische Folgeschäden zu verhindern oder zu minimieren. Betroffene werden in der Regel in spezialisierten Stoffwechselzentren betreut.
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