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Trehalose ist ein natürlich vorkommender Zweifachzucker, der in Pilzen, Insekten und Pflanzen vorkommt und als Lebensmittelzusatz sowie in der Medizin genutzt wird.
Trehalose ist ein natürlich vorkommender Zweifachzucker, der in Pilzen, Insekten und Pflanzen vorkommt und als Lebensmittelzusatz sowie in der Medizin genutzt wird.
Trehalose ist ein natürlich vorkommendes Disaccharid, also ein Zweifachzucker, der aus zwei Glukosemolekülen besteht. Sie wird in der Natur von verschiedenen Organismen gebildet, darunter Pilze, Hefen, Insekten, bestimmte Pflanzen und Bakterien. Trehalose dient diesen Lebewesen als Schutzmechanismus gegen extreme Umweltbedingungen wie Trockenheit, Kälte oder Hitze. In der Lebensmittelindustrie wird sie als Süßungsmittel und Stabilisator eingesetzt, in der Pharmaindustrie schützt sie empfindliche biologische Substanzen.
Trehalose besteht aus zwei alpha-D-Glukoseeinheiten, die über eine alpha-1,1-glykosidische Bindung miteinander verknüpft sind. Diese Bindung macht das Molekül besonders stabil und widerstandsfähig gegenüber Hitze und Säuren. Trehalose ist weniger süß als Haushaltszucker (Saccharose) – ihre Süßkraft beträgt etwa 45 % der Saccharose. Der glykämische Index von Trehalose liegt mit etwa 70 im mittleren bis hohen Bereich, was bei der diätetischen Bewertung zu beachten ist.
Trehalose kommt in zahlreichen natürlichen Quellen vor:
Trehalose übernimmt in Organismen wichtige Schutzfunktionen. Sie stabilisiert Zellmembranen und Proteine unter extremen Bedingungen, indem sie Wassermoleküle ersetzt und so Zellschäden verhindert. Dieser Mechanismus wird als Kryoprotektion (Schutz vor Kälte) und Anhydrobiose (Überleben ohne Wasser) bezeichnet. Im menschlichen Körper wird Trehalose durch das Enzym Trehalase im Dünndarm in zwei Glukosemoleküle aufgespalten und anschließend als Energiequelle genutzt.
In der Lebensmittelindustrie wird Trehalose als Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt. Sie dient als:
Trehalose wird industriell durch enzymatische Umwandlung von Stärke hergestellt und gilt in der EU als zugelassener Lebensmittelzusatzstoff.
In der Pharmaindustrie wird Trehalose als Hilfsstoff zur Stabilisierung von biologischen Arzneimitteln, Impfstoffen und Proteinen genutzt. Sie schützt empfindliche Wirkstoffe bei der Gefriertrocknung (Lyophilisierung) und bei der Lagerung. Darüber hinaus wird Trehalose in der Augenheilkunde in Form von Augentropfen eingesetzt, um die Augenoberfläche bei trockenem Auge zu schützen und zu befeuchten.
Wissenschaftliche Studien haben verschiedene potenzielle Gesundheitseffekte von Trehalose untersucht:
Es ist wichtig zu betonen, dass viele dieser Erkenntnisse aus Laborstudien oder Tierstudien stammen. Klinische Belege am Menschen sind noch begrenzt und weitere Forschung ist erforderlich.
Eine viel diskutierte wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2018 (Treangen et al., Nature) legte nahe, dass der steigende Einsatz von Trehalose in der Lebensmittelindustrie mit der Ausbreitung bestimmter virulenter Stämme des Darmbakteriums Clostridioides difficile (C. diff) in Zusammenhang stehen könnte, da diese Stämme Trehalose besonders effizient verstoffwechseln können. Diese Hypothese ist jedoch wissenschaftlich umstritten und wurde in nachfolgenden Studien nicht eindeutig bestätigt. Personen mit einem Trehalase-Mangel – einem seltenen angeborenen Enzymdefekt – können Trehalose nicht abbauen, was zu Durchfall und Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr trehalosehaltiger Lebensmittel führen kann.
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