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Der Tryptophanstoffwechsel beschreibt den Abbau und die Umwandlung der essentiellen Aminosäure Tryptophan im Körper – mit zentraler Bedeutung für Serotonin, Melatonin und das Immunsystem.
Der Tryptophanstoffwechsel beschreibt den Abbau und die Umwandlung der essentiellen Aminosäure Tryptophan im Körper – mit zentraler Bedeutung für Serotonin, Melatonin und das Immunsystem.
Der Tryptophanstoffwechsel (auch Tryptophan-Metabolismus) umfasst alle biochemischen Prozesse, durch die die essentielle Aminosäure Tryptophan im menschlichen Körper abgebaut, umgewandelt und verwertet wird. Da der Körper Tryptophan nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden – etwa durch proteinreiche Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Fleisch.
Tryptophan ist eine der seltensten Aminosäuren in der Nahrung, besitzt jedoch eine außergewöhnlich vielfältige biologische Bedeutung. Es dient als Ausgangsstoff für wichtige Botenstoffe und Stoffwechselprodukte, die das Nervensystem, das Immunsystem und den Schlaf-Wach-Rhythmus regulieren.
Tryptophan wird im Körper über drei Hauptwege verstoffwechselt:
Mit etwa 90–95 % des aufgenommenen Tryptophans ist der Kynurenin-Weg der quantitativ bedeutendste Stoffwechselpfad. Das Enzym Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) spaltet Tryptophan zu Kynurenin. Dieses wird weiter zu verschiedenen Metaboliten umgewandelt, darunter:
Der Kynurenin-Weg wird durch Entzündungsreize und Stresshormone aktiviert und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Immunsystems sowie bei neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen.
Etwa 1–2 % des Tryptophans werden über die Serotonin-Synthese verstoffwechselt. Das Enzym Tryptophan-Hydroxylase wandelt Tryptophan zunächst in 5-Hydroxytryptophan (5-HTP) und anschließend in Serotonin (5-Hydroxytryptamin) um. Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der Stimmung, Schlaf, Appetit und soziales Verhalten beeinflusst.
Aus Serotonin wird in der Zirbeldrüse das Schlafhormon Melatonin gebildet, das den circadianen Rhythmus (Schlaf-Wach-Zyklus) steuert.
Im Darm können Darmbakterien Tryptophan direkt zu Indolverbindungen umwandeln. Diese wirken als Liganden des Aryl-Hydrocarbon-Rezeptors (AhR) und haben immunmodulatorische Wirkungen. Sie beeinflussen die Integrität der Darmbarriere und regulieren lokale Immunreaktionen.
Verschiedene Faktoren beeinflussen, welcher Stoffwechselweg bevorzugt genutzt wird:
Störungen im Tryptophanstoffwechsel werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht:
Gute Nahrungsquellen für Tryptophan sind:
Die empfohlene tägliche Zufuhr für Erwachsene liegt laut WHO bei etwa 4 mg Tryptophan pro kg Körpergewicht pro Tag.
In der Nahrungsergänzung werden sowohl L-Tryptophan als auch 5-HTP (eine Vorstufe von Serotonin) eingesetzt, unter anderem bei:
Die Einnahme sollte jedoch nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, da Wechselwirkungen mit Antidepressiva (insbesondere MAO-Hemmern und SSRIs) möglich sind und das seltene, aber ernsthafte Serotonin-Syndrom ausgelöst werden kann.
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