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Tubocurarin ist ein pflanzlicher Wirkstoff aus Curare-Pflanzen und eines der ersten klinisch eingesetzten Muskelrelaxanzien. Es blockiert neuromuskulaere Uebertragung und wurde in der Anaesthesie verwendet.
Tubocurarin ist ein pflanzlicher Wirkstoff aus Curare-Pflanzen und eines der ersten klinisch eingesetzten Muskelrelaxanzien. Es blockiert neuromuskulaere Uebertragung und wurde in der Anaesthesie verwendet.
Tubocurarin (auch d-Tubocurarin) ist ein natuerlich vorkommender Alkaloid-Wirkstoff, der aus der Rinde und den Staemmen verschiedener suedamerikanischer Pflanzen gewonnen wird, insbesondere aus Chondrodendron tomentosum. Er ist der Hauptwirkstoff des traditionellen Pfeilgifts Curare, das von indigenen Voelkern Suedamerikas zur Jagd verwendet wurde. In der modernen Medizin war Tubocurarin eines der ersten nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien, das klinisch in der Anaesthesie eingesetzt wurde.
Tubocurarin wirkt als kompetitiver Antagonist am nikotinischen Acetylcholin-Rezeptor (nAChR) der neuromuskulaeren Endplatte. Das bedeutet:
Wichtig: Tubocurarin beeinflusst nicht das Bewusstsein oder die Schmerzwahrnehmung. Es muss daher stets in Kombination mit einer Allgemeinanaesthesie eingesetzt werden.
Tubocurarin wurde erstmals 1942 von Harold Griffith und Enid Johnson klinisch in der Anaesthesie eingesetzt und revolutionierte damit die moderne Chirurgie. Die wichtigsten Anwendungsgebiete waren:
Aufgrund seines unguenstigen Nebenwirkungsprofils wurde Tubocurarin im klinischen Alltag weitgehend durch modernere nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien wie Vecuronium, Rocuronium oder Atracurium ersetzt.
Die klinische Dosierung von Tubocurarin war individuell angepasst und abhaengig von Eingriff, Koerpergewicht und Begleitmedikation. Typische intravenoes verabreichte Dosierungen zur Intubationserleichterung lagen im Bereich von 0,3 bis 0,5 mg/kg Koerpergewicht. Die Applikation erfolgte ausschliesslich intravenoes und unter anaesthesiologischer Aufsicht.
Tubocurarin weist ein breites Nebenwirkungsprofil auf, das seinen Einsatz in der modernen Medizin stark einschraenkte:
Tubocurarin ist ein quaternaeres Ammoniumsalz und damit stark polar. Es passiert weder die Blut-Hirn-Schranke noch die Plazentaschranke nennenswert, was seine Selektivitaet fuer die periphere neuromuskulaere Endplatte erklaert. Die Ausscheidung erfolgt ueberwiegend renal, weshalb bei Niereninsuffizienz besondere Vorsicht geboten ist.
Tubocurarin nimmt einen wichtigen Platz in der Geschichte der Pharmakologie und Anaesthesie ein. Es war das erste Muskelrelaxans, das gezielt in der klinischen Medizin genutzt wurde, und legte den Grundstein fuer die Entwicklung einer ganzen Klasse moderner neuromuskulaer blockierender Substanzen. Die Erforschung seines Wirkmechanismus trug massgeblich zum Verstaendnis der neuromuskulaeren Uebertragung bei.
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