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Die Urothelschutztherapie schützt die Blasenschleimhaut vor schädlichen Substanzen, etwa bei Chemotherapie. Erfahren Sie mehr über Anwendung und Nutzen.
Die Urothelschutztherapie schützt die Blasenschleimhaut vor schädlichen Substanzen, etwa bei Chemotherapie. Erfahren Sie mehr über Anwendung und Nutzen.
Die Urothelschutztherapie bezeichnet medizinische Maßnahmen, die darauf abzielen, das Urothel – also die spezielle Schleimhaut, die die Harnblase, die Harnleiter und die Harnröhre auskleidet – vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Besonders bekannt ist diese Therapieform im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung, bei der bestimmte Chemotherapeutika die Blasenschleimhaut angreifen und schwerwiegende Entzündungen verursachen können.
Die häufigste Anwendung der Urothelschutztherapie erfolgt begleitend zu einer Chemotherapie mit Oxazaphosphorinen, insbesondere mit den Wirkstoffen Cyclophosphamid und Ifosfamid. Diese Substanzen werden im Körper zu toxischen Metaboliten (vor allem Acrolein) abgebaut, die über den Urin ausgeschieden werden und dabei die Blasenschleimhaut stark reizen oder entzündlich schädigen können.
Das am häufigsten eingesetzte Medikament im Rahmen der Urothelschutztherapie ist Mesna (2-Mercaptoethansulfonat-Natrium). Mesna wird intravenös oder oral verabreicht und gelangt rasch in die Nieren, wo es in seine aktive Form umgewandelt wird. Im Urin bindet Mesna an den toxischen Metaboliten Acrolein und macht diesen unschädlich, bevor er die Blasenschleimhaut schädigen kann.
Mesna wirkt dabei ausschließlich lokal im Harntrakt und beeinflusst die Wirksamkeit der Chemotherapie im übrigen Körper nicht. Dies macht es zu einem gut verträglichen und zielgerichteten Schutzmittel.
Die Dosierung von Mesna richtet sich nach der Dosis des eingesetzten Chemotherapeutikums und wird individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt. Typischerweise wird Mesna zu definierten Zeitpunkten vor, während und nach der Chemotherapiegabe verabreicht, um einen kontinuierlichen Schutz des Urothels sicherzustellen.
Mesna wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche, aber seltene Nebenwirkungen umfassen:
Da Mesna gezielt im Harntrakt wirkt, sind systemische Nebenwirkungen vergleichsweise gering. Die meisten unerwünschten Wirkungen, die Patienten während einer Chemotherapie erleben, sind in der Regel auf die Chemotherapeutika selbst zurückzuführen und nicht auf Mesna.
Ohne eine begleitende Urothelschutztherapie können Oxazaphosphorin-basierte Chemotherapien zu einer hämorrhagischen Zystitis führen – einer ernsthaften Entzündung der Blasenschleimhaut mit starken Blutungen, Schmerzen und im schlimmsten Fall einer dauerhaften Blasenschädigung. Die Urothelschutztherapie hat diese Komplikation erheblich reduziert und ermöglicht so die sichere Durchführung hochwirksamer Krebstherapien.
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