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Urothelzellschutz bezeichnet Maßnahmen zum Schutz der Schleimhautzellen der Harnwege vor Schädigungen durch Reizstoffe, Infektionen oder chemische Einflüsse.
Urothelzellschutz bezeichnet Maßnahmen zum Schutz der Schleimhautzellen der Harnwege vor Schädigungen durch Reizstoffe, Infektionen oder chemische Einflüsse.
Das Urothel ist die spezialisierte Schleimhaut, die die inneren Wandungen der Harnwege auskleidet – von den Nierenkelchen über die Harnleiter und die Harnblase bis zur Harnröhre. Diese Zellschicht erfüllt eine wichtige Barrierefunktion: Sie schützt das darunter liegende Gewebe vor dem aggressiven Harn, vor Krankheitserregern und vor chemischen Substanzen.
Urothelzellschutz umfasst alle biologischen, medizinischen und ernährungsbezogenen Maßnahmen, die dazu beitragen, die Integrität und Funktion dieser Schleimhautbarriere zu erhalten oder wiederherzustellen. Ein intaktes Urothel ist entscheidend für die Gesundheit der ableitenden Harnwege.
Das Urothel besteht aus mehreren Zellschichten, darunter sogenannte Schirmzellen (Umbrella-Zellen), die die oberflächlichste Lage bilden. Diese Zellen sind mit einer speziellen Glykosaminglykan-Schicht (GAG-Schicht) bedeckt, die wie eine Schutzschicht wirkt und das Anhaften von Bakterien sowie die Penetration von Schadstoffen verhindert.
Die Urothelschleimhaut kann durch verschiedene Faktoren geschädigt werden:
Mesna ist ein Standardmedikament zur Prophylaxe der durch Cyclophosphamid oder Ifosfamid bedingten Urothelschäden. Es bindet im Urin reaktiv an Acrolein und neutralisiert dessen toxische Wirkung, bevor es das Urothel schädigen kann.
Bei Erkrankungen wie der interstitiellen Zystitis oder nach Harnwegsinfektionen wird die direkte Instillation von Hyaluronsäure und/oder Chondroitinsulfat in die Blase eingesetzt, um die geschädigte GAG-Schicht zu regenerieren und die Schutzbarriere wiederherzustellen.
D-Mannose ist ein natürlicher Einfachzucker, der die Anhäftung von E. coli an die Urothelzellen hemmt. Bakterien binden bevorzugt an Mannoserezeptoren; durch die erhöhte Mannoseverfügbarkeit im Urin werden die Bakterien daran gehindert, sich am Urothel festzusetzen, und mit dem Urin ausgeschieden.
Eine genügende Trinkmenge (mind. 1,5–2 Liter täglich) verdünnt Reizstoffe im Urin und fördert die regelmäßige Blasenentleerung, was die Kontaktzeit von Schadstoffen mit dem Urothel reduziert.
Verschiedene Nahrungsinhaltsstoffe und pflanzliche Substanzen können den Urothelzellschutz unterstützen:
Ein gestörter Urothelzellschutz ist mit einer Reihe von Erkrankungen assoziiert, darunter wiederkehrende Harnwegsinfektionen, interstitielle Zystitis, hämorrhagische Zystitis nach Chemotherapie sowie das Risiko für die Entstehung von Urothelkarzinomen. Die gezielte Unterstützung und Regeneration der Urothelbarriere ist daher ein wichtiger Bestandteil urologischer Prävention und Therapie.
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