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Der Vitalstoffbiosyntheseweg beschreibt biochemische Stoffwechselwege, über die der Körper lebenswichtige Vitalstoffe wie Vitamine, Aminosäuren oder Coenzyme selbst herstellt.
Der Vitalstoffbiosyntheseweg beschreibt biochemische Stoffwechselwege, über die der Körper lebenswichtige Vitalstoffe wie Vitamine, Aminosäuren oder Coenzyme selbst herstellt.
Ein Vitalstoffbiosyntheseweg bezeichnet eine Abfolge biochemischer Reaktionen, durch die der menschliche Organismus – oder andere Lebewesen wie Pflanzen und Mikroorganismen – lebenswichtige Substanzen selbst synthetisiert. Unter dem Begriff Vitalstoffe werden alle für den Organismus essenziellen Mikronährstoffe und Biomoleküle zusammengefasst, darunter Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Coenzyme, Fettsauren sowie weitere biologisch aktive Verbindungen.
Die Biosynthese dieser Stoffe erfolgt in spezialisierten Zellkompartimenten wie dem Zytoplasma, den Mitochondrien oder dem endoplasmatischen Retikulum und wird durch eine Kaskade von Enzymen katalysiert. Jeder Schritt in einem solchen Weg erzeugt ein Zwischenprodukt, das als Substrat für den nächsten Schritt dient, bis das endgültige Vitalstoffmolekül gebildet ist.
Das Verständnis von Vitalstoffbiosynthesewegen ist in der Medizin und Ernährungswissenschaft von zentraler Bedeutung, weil:
Vitamin D wird in der Haut aus dem Cholesterin-Vorläufer 7-Dehydrocholesterol unter Einwirkung von UV-B-Strahlung in Cholecalciferol (Vitamin D3) umgewandelt. Anschließend erfolgen zwei Hydroxylierungsschritte – zunächst in der Leber (zu 25-Hydroxyvitamin D) und dann in der Niere (zum biologisch aktiven 1,25-Dihydroxyvitamin D, Calcitriol). Störungen auf jeder dieser Stufen, etwa bei Niereninsuffizienz, führen zu einem funktionellen Vitamin-D-Mangel.
Folsaure (Vitamin B9) muss mit der Nahrung aufgenommen und im Körper enzymatisch zur aktiven Form Tetrahydrofolat (THF) reduziert werden. THF ist essenziell für die DNA-Synthese und Zellteilung. Dieser Weg ist das Angriffsziel von Arzneimitteln wie Methotrexat, das den Syntheseweg hemmt und so das Wachstum von Tumorzellen bremst.
Coenzym Q10 (Ubiquinon) wird körpereigen aus den Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin sowie dem Isoprenoidsystem synthetisiert. Statine (cholesterinsenkende Medikamente) hemmen einen frühen Schritt dieses Weges, was den bekannten Nebeneneffekt eines CoQ10-Mangels unter Statin-Therapie erklärt.
Der Körper kann das Vitamin Niacin (Vitamin B3) in begrenztem Maß aus der essenziellen Aminosäure Tryptophan über den Kynurenin-Weg selbst herstellen. Allerdings ist die Effizienz dieses Weges gering, sodass eine ausreichende Nahrungszufuhr von Niacin dennoch notwendig ist.
Vitalstoffbiosynthesewege werden durch zahlreiche Faktoren beeinflusst:
In der klinischen Praxis ist das Wissen um Vitalstoffbiosynthesewege wichtig für die Interpretation von Laborbefunden. So kann beispielsweise ein niedriger 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel im Blut auf eine gestörte Synthese in der Haut, eine unzureichende Nahrungszufuhr oder eine eingeschränkte Leberfunktion hinweisen. Die gezielte Messung von Zwischen- und Endprodukten bestimmter Biosynthesewege ermöglicht eine präzise Diagnose und eine individualisierte Nährstofftherapie.
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