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Retinoide sind Vitamin-A-Derivate, die bei der Behandlung von Akne eingesetzt werden. Sie regulieren die Zellerneuerung der Haut und hemmen Entzündungen effektiv.
Retinoide sind Vitamin-A-Derivate, die bei der Behandlung von Akne eingesetzt werden. Sie regulieren die Zellerneuerung der Haut und hemmen Entzündungen effektiv.
Retinoide sind chemische Verbindungen, die strukturell vom Vitamin A (Retinol) abgeleitet werden. Sie umfassen sowohl natürliche als auch synthetische Varianten und gehören zu den am besten untersuchten Wirkstoffen in der Dermatologie. In der Aknebehandlung spielen sie eine zentrale Rolle, da sie auf mehrere Mechanismen der Entstehung von Akne gleichzeitig einwirken.
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das für die normale Funktion und Erneuerung der Hautzellen unverzichtbar ist. Es unterstützt die Differenzierung von Epithelzellen, also die Reifung von Hautzellen, und ist an der Regulierung des Talg (Sebum) beteiligt. Ein Mangel an Vitamin A kann zu Verhornungsstörungen der Haut und trockener, schuppiger Haut führen. In therapeutischen Konzentrationen – insbesondere in Form von Retinoiden – zeigt Vitamin A eine deutliche Wirkung gegen Akne.
Akne vulgaris ist eine häufige Erkrankung der Talgdrüsen und Haarfollikel. Sie entsteht durch ein Zusammenspiel von:
Retinoide greifen in diese Prozesse ein, indem sie die Verhornung des Follikelkanals normalisieren, die Bildung von Mitessern (Komedonen) verhindern und entzündliche Prozesse hemmen.
Retinoide binden an spezifische Kernrezeptoren in den Hautzellen – die sogenannten Retinsäure-Rezeptoren (RAR) und Retinoid-X-Rezeptoren (RXR). Durch diese Bindung beeinflussen sie die Genexpression und steuern so:
Topische Retinoide werden direkt auf die Haut aufgetragen und sind die erste Wahl bei leichter bis mittelschwerer Akne:
Bei schwerer, stark entzündlicher oder vernarbender Akne wird das systemische Retinoid eingesetzt:
Topische Retinoide werden in der Regel einmal täglich, meist abends, auf gereinigte Haut aufgetragen. Zu Beginn der Behandlung kann es zu einer sogenannten Erstreaktion kommen (Rötung, Schuppung, leichtes Brennen), die sich nach einigen Wochen zurückbildet. Systemisches Isotretinoin wird als Kapsel oral eingenommen, in einer Dosierung, die vom Arzt individuell festgelegt wird – üblicherweise über einen Zeitraum von 4 bis 8 Monaten.
Leichte Akne kann zunächst mit rezeptfreien topischen Retinoiden (z. B. Adapalen) behandelt werden. Bei mittelschwerer oder schwerer Akne, bei Narbenbildung oder wenn die Selbstbehandlung nach 12 Wochen keinen ausreichenden Erfolg zeigt, sollte unbedingt ein Dermatologe aufgesucht werden. Isotretinoin darf nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
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