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Ein Xenobiotikum ist ein körperfremder Stoff, der nicht natürlich im menschlichen Stoffwechsel vorkommt. Dazu zählen Medikamente, Umweltgifte und Nahrungsadditive.
Ein Xenobiotikum ist ein körperfremder Stoff, der nicht natürlich im menschlichen Stoffwechsel vorkommt. Dazu zählen Medikamente, Umweltgifte und Nahrungsadditive.
Der Begriff Xenobiotikum (Plural: Xenobiotika) stammt aus dem Griechischen: xenos bedeutet fremd, bios bedeutet Leben. Ein Xenobiotikum ist demnach ein körperfremder chemischer Stoff, der nicht als normaler Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels gilt und von außen in den Organismus gelangt. Der Begriff wird in der Pharmakologie, Toxikologie und Umweltmedizin verwendet.
Zu den Xenobiotika gehören sehr unterschiedliche Stoffgruppen:
Der menschliche Organismus verfügt über ein ausgeklügeltes System zur Entgiftung und Ausscheidung von Xenobiotika. Dieser Vorgang wird als Biotransformation bezeichnet und läuft hauptsächlich in der Leber ab, aber auch in der Darmschleimhaut, den Nieren und der Lunge.
In der ersten Phase werden Xenobiotika durch chemische Reaktionen wie Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse umgewandelt. Dabei spielen insbesondere Enzyme der Cytochrom-P450-Familie (CYP-Enzyme) eine zentrale Rolle. Diese Reaktionen machen den Stoff oft wasserlöslicher, sodass er leichter ausgeschieden werden kann. In manchen Fällen entstehen dabei jedoch reaktive Zwischenprodukte, die toxischer sein können als die Ausgangssubstanz.
In der zweiten Phase werden die Stoffwechselprodukte aus Phase I mit körpereigenen Molekülen (z. B. Glucuronsäure, Sulfat oder Glutathion) verbunden (konjugiert). Dadurch werden sie noch wasserlöslicher und können über die Nieren mit dem Urin oder über die Galle mit dem Stuhl ausgeschieden werden.
In der dritten Phase sorgen spezielle Transportproteine dafür, dass die konjugierten Metaboliten aktiv aus den Zellen heraustransportiert und zur Ausscheidung bereitgestellt werden.
Das Verständnis des Xenobiotika-Stoffwechsels ist in der Medizin von großer Bedeutung:
Bestimmte Xenobiotika, sogenannte endokrine Disruptoren, können in das Hormonsystem des Menschen eingreifen. Sie ahmen körpereigene Hormone nach oder blockieren deren Rezeptoren. Bekannte Beispiele sind Bisphenol A (BPA), das in Kunststoffen vorkommt, sowie verschiedene Pestizide. Diese Stoffe stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit, die Entwicklung von Kindern und das Krebsrisiko zu beeinflussen.
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