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YKL-40 ist ein Glykoprotein, das als Biomarker für Entzündungen, Gewebeumbau und verschiedene Erkrankungen wie Krebs, Asthma und neurologische Leiden eingesetzt wird.
YKL-40 ist ein Glykoprotein, das als Biomarker für Entzündungen, Gewebeumbau und verschiedene Erkrankungen wie Krebs, Asthma und neurologische Leiden eingesetzt wird.
YKL-40, auch bekannt als Chitinase-3-like Protein 1 (CHI3L1), ist ein sezerniertes Glykoprotein, das zur Familie der Chitinase-ähnlichen Proteine gehört. Der Name leitet sich von den drei Aminosäuren ab, die am N-Terminus des Proteins stehen: Tyrosin (Y), Lysin (K) und Leucin (L), sowie vom Molekulargewicht von 40 Kilodalton. Obwohl YKL-40 strukturell ähnlich wie Chitinasen aufgebaut ist, besitzt es selbst keine enzymatische Chitin-spaltende Aktivität.
Das Protein wird von verschiedenen Zelltypen produziert, darunter Makrophagen, Neutrophile, Chondrozyten, synoviale Fibroblasten und Tumorzellen. Es spielt eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen, Gewebeumbau (Remodeling) und Zellproliferation.
YKL-40 übernimmt im menschlichen Körper mehrere Funktionen:
Erhöhte YKL-40-Spiegel im Blutserum oder Liquor (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) werden mit einer Vielzahl von Erkrankungen assoziiert und dienen als diagnostischer oder prognostischer Biomarker:
Erhöhte YKL-40-Serumspiegel wurden bei verschiedenen Krebsarten nachgewiesen, darunter Glioblastom, Brust-, Lungen-, Darm- und Eierstockkrebs. Höhere Werte korrelieren häufig mit schlechterer Prognose und kürzerem Überleben. YKL-40 wird daher als Verlaufs- und Prognose-Biomarker untersucht.
Bei Asthma und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sind YKL-40-Spiegel erhöht und spiegeln den Schweregrad der Erkrankung sowie entzündliche Umbauprozesse in den Atemwegen wider. Bei Asthma ist YKL-40 mit einem Th2-unabhängigen Entzündungsphänotyp assoziiert.
Im Liquor und Serum von Patienten mit Multipler Sklerose, Alzheimer-Demenz, amyotropher Lateralsklerose (ALS) und anderen neurodegenerativen Erkrankungen wurden erhöhte YKL-40-Werte gemessen. Es gilt als Marker für neuroinflammatorische und neurodegenerative Prozesse sowie für die Aktivierung von Astrozyten und Mikroglia.
YKL-40 korreliert mit dem Ausmaß der Leberfibrose und -zirrhose und wird zur nicht-invasiven Abschätzung des Fibrosegrades bei chronischen Lebererkrankungen wie Hepatitis B, Hepatitis C und nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) eingesetzt.
Bei rheumatoider Arthritis und anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind die YKL-40-Spiegel erhöht und korrelieren mit der Krankheitsaktivität.
YKL-40 wird üblicherweise mittels ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) im Serum, Plasma oder Liquor gemessen. Die Referenzwerte können je nach Labor, Alter und Geschlecht variieren. Grundsätzlich steigen YKL-40-Werte mit dem Alter physiologisch an, weshalb alterskorrigierte Referenzbereiche verwendet werden sollten.
YKL-40 ist kein krankheitsspezifischer Biomarker, d.h. erhöhte Werte müssen immer im klinischen Kontext und in Kombination mit weiteren Untersuchungen interpretiert werden.
Die Forschung zu YKL-40 ist ein aktives Gebiet der medizinischen Wissenschaft. Als potenzieller therapeutischer Angriffspunkt wird YKL-40 ebenfalls diskutiert – insbesondere in der Onkologie und bei entzündlichen Lungenerkrankungen, wo eine Hemmung des Proteins möglicherweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen könnte. Entsprechende klinische Studien sind im Gange.
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