health nerds – Der Podcast über artgerechtes Leben
Leistungsfähigkeit, mentale Klarheit und Stoffwechselkontrolle - diese Effekte werden der ketogenen Ernährung nachgesagt. Kaum Kohlenhydrate, dafür sehr viel Fett - mit dem Ziel, den Körper in einen Zustand zu versetzen, in dem er primär Fett und Ketonkörper als Energiequelle nutzt. Für manche gilt Keto als Gamechanger beim Abnehmen oder bei metabolischen und neurologischen Erkrankungen, für andere als extremes Konzept, das im Alltag kaum durchzuhalten ist.
HEALTH NERDS Spezialserie: Ketogene Ernährung im wissenschaftlichen Check
Deswegen steht die ketogene Ernährung im Mittelpunkt dieser Folge unserer HEALTH NERDS Spezialserie. Wir schauen nüchtern und systematisch auf das Konzept, klären, wie Ketose physiologisch funktioniert, was im Körper dabei tatsächlich passiert und für wen dieser besondere Stoffwechselzustand sinnvoll sein kann. Von Blutzucker- und Insulinregulation über Gewichtsveränderungen bis hin zu Effekten auf Gehirn und Nervensystem.
Was ist Ketose? Fettstoffwechsel und Ketonkörper erklärt
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum erklärt, warum Ketose kein exotischer Sonderzustand ist, sondern ein evolutionär angelegtes Stoffwechselprogramm. Wenn dem Körper kaum Glukose zur Verfügung steht - etwa durch stark reduzierte Kohlenhydrate oder durch Fasten - beginnt die Leber Ketonkörper zu produzieren. Diese dienen nicht nur als effizienter Energieträger, insbesondere für das Gehirn, sondern wirken auch als Signalstoffe, die Genexpression, Regeneration und Schutzmechanismen beeinflussen können. Viele Menschen erleben das als gesteigerte mentale Klarheit, stabile Energie und reduzierten Hunger.
Warum Keto oft missverstanden wird
Gleichzeitig wird deutlich, warum Keto häufig missverstanden wird. Nicht jede fettreiche Ernährung führt automatisch in die Ketose - und nicht jede ketogene Ernährung ist automatisch sinnvoll umgesetzt. Entscheidend ist die Gesamtzusammensetzung der Ernährung:
- Qualität der Fette,
- ausreichende Eiweißzufuhr,
- Elektrolythaushalt
- und der Umgang mit Ballaststoffen spielen eine zentrale Rolle.
Eine extrem einseitige, fettdominierte Ernährung kann langfristig problematisch sein und ist für viele Menschen schwer durchzuhalten.
Therapeutische Anwendung der ketogenen Ernährung
Ein wichtiger Teil dieser Folge widmet sich dem therapeutischen Einsatz der ketogenen Ernährung. Ursprünglich in der Behandlung von Epilepsie entwickelt, wird Ketose heute auch im Kontext neurodegenerativer Erkrankungen diskutiert. Ketonkörper liefern nicht nur Energie, sondern können Schutz- und Reparaturprozesse im Gehirn unterstützen. Gleichzeitig betont Matthias Baum, dass Ketose als Zustand sinnvoll sein kann - ohne dass eine dauerhafte ketogene Ernährung für alle notwendig oder empfehlenswert ist.
Keto aus evolutionärer Perspektive: metabolische Flexibilität
Zum Abschluss ordnen wir Keto evolutionär ein. Unsere Vorfahren lebten nicht dauerhaft ketogen, erlebten aber regelmäßig Phasen von Nahrungsknappheit, Fasten und Verzicht. Genau in diesen Phasen wurde der ketogene Stoffwechsel aktiviert. Die zentrale Frage ist daher weniger, ob wir uns dauerhaft ketogen ernähren sollten - sondern ob wir die Fähigkeit zur metabolischen Flexibilität bewahren oder wiedererlernen: den Wechsel zwischen Zucker- und Fettstoffwechsel.
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Unsere health nerds
Bei unseren Episoden immer dabei: Unser health nerd Matthias. Wir möchten Dir ihn kurz vorstellen.
Matthias Baum
Head of Science & Clinical Research. Gesundheitswissenschaftler, Therapeut für klinische Psychoneuroimmunologie, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Trainer, Clinical Research Associate.
„Seit mehr als zwölf Jahren bin ich im medizinischen und therapeutischen Umfeld diverser Bereiche tätig: Von Notfallmedizin über Therapie in Kliniken und Praxen, inklusive Prävention und Gesundheitsförderung, bis hin zu Tätigkeiten als Dozent im Gesundheitswesen. Das gibt mir heute einen breiten Blick auf alle notwendigen Ebenen in der Betreuung, Beratung und Behandlung von Patienten für individuelle Gesundheit, Wohlbefinden und einen artgerechten Lebensstil.“



