Cortisolstimulationstest – Ablauf & Bedeutung
Der Cortisolstimulationstest ist ein diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Nebennierenfunktion. Er prüft, ob die Nebennieren auf ein Stimulationssignal ausreichend Cortisol produzieren können.
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Der Cortisolstimulationstest ist ein diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Nebennierenfunktion. Er prüft, ob die Nebennieren auf ein Stimulationssignal ausreichend Cortisol produzieren können.
Was ist der Cortisolstimulationstest?
Der Cortisolstimulationstest – auch bekannt als ACTH-Stimulationstest oder Synacthen-Test – ist ein endokrinologisches Diagnoseverfahren, das die Funktionsfähigkeit der Nebennierenrinde überprüft. Dabei wird dem Patienten ein synthetisches Hormon (ACTH-Analogon, z. B. Tetracosactid/Synacthen) verabreicht, das die Nebennieren zur Cortisolausschüttung anregen soll. Anschließend wird die Cortisolkonzentration im Blut gemessen, um festzustellen, ob die Nebennieren angemessen reagieren.
Wann wird der Test eingesetzt?
Der Cortisolstimulationstest wird vor allem eingesetzt bei:
- Verdacht auf eine Nebenniereninsuffizienz (primäre oder sekundäre)
- Abklärung des Morbus Addison (primäre Nebennierenrindeninsuffizienz)
- Verdacht auf eine Hypophyseninsuffizienz (sekundäre Nebenniereninsuffizienz)
- Überprüfung der Nebennierenfunktion nach längerer Corticosteroid-Therapie
- Unklarer chronischer Erschöpfung, Hypotonie oder Hyponatriämie
Wie wird der Test durchgeführt?
Der Ablauf des Cortisolstimulationstests ist standardisiert und umfasst folgende Schritte:
- Ausgangswert: Zunächst wird dem Patienten Blut abgenommen, um den Basis-Cortisolspiegel zu bestimmen.
- Injektion: Anschließend wird ACTH (meist 250 µg Tetracosactid) intravenös oder intramuskulär verabreicht.
- Kontrollmessungen: Nach 30 und/oder 60 Minuten werden erneut Blutproben entnommen und der Cortisolspiegel gemessen.
Der Test wird in der Regel morgens durchgeführt, da der Cortisolspiegel zu dieser Zeit physiologisch am höchsten ist.
Interpretation der Ergebnisse
Ein gesundes Stresssystem reagiert auf die ACTH-Gabe mit einem deutlichen Anstieg des Cortisolspiegels im Blut. Als Grenzwert gilt in den meisten Leitlinien ein Cortisol-Peak von mindestens 500–550 nmol/l (18–20 µg/dl) nach Stimulation als normales Ergebnis.
- Normaler Anstieg: Die Nebennierenfunktion ist ausreichend; eine relevante Nebenniereninsuffizienz ist unwahrscheinlich.
- Unzureichender Anstieg: Hinweis auf eine primäre oder sekundäre Nebenniereninsuffizienz; weitere Abklärung ist erforderlich.
Primäre vs. sekundäre Nebenniereninsuffizienz
Bei einer primären Nebenniereninsuffizienz (z. B. Morbus Addison) ist die Nebennierenrinde selbst geschädigt und reagiert kaum oder gar nicht auf ACTH. Bei einer sekundären Nebenniereninsuffizienz – bedingt durch eine Unterfunktion der Hypophyse oder des Hypothalamus – kann die Reaktion ebenfalls abgeschwächt sein, insbesondere bei langfristiger Atrophie der Nebennierenrinde.
Risiken und Nebenwirkungen
Der Cortisolstimulationstest ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Mögliche, aber seltene Nebenwirkungen der ACTH-Gabe umfassen:
- Lokale Reaktionen an der Einstichstelle
- Leichte Rötung oder Wärmegefühl
- In seltenen Fällen allergische Reaktionen auf das synthetische Hormonpräparat
Schwerwiegende Komplikationen sind äußerst selten. Der Test sollte unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Vorbereitung des Patienten
Vor dem Test sollten Patienten Folgendes beachten:
- Corticosteroide (z. B. Cortison, Prednisolon) können den Test verfälschen und sollten – wenn möglich – vorher abgesetzt oder umgestellt werden.
- Der Test wird in der Regel nüchtern oder nach leichtem Frühstück durchgeführt.
- Bestehende Medikamente sollten dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.
Quellen
- Arlt W. - Assessment of the patient with suspected Nebenniereninsuffizienz. - Endocrinology and Metabolism Clinics of North America, 2009.
- Bornstein SR et al. - Diagnosis and Treatment of Primary Adrenal Insufficiency: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. - Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, 2016.
- World Health Organization (WHO) - Endocrine Disorders: Adrenal Insufficiency - Diagnostic Guidelines, 2020.
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