Oxidativer Stresstest – Ablauf, Werte & Bedeutung
Der Oxidative Stresstest misst freie Radikale und antioxidative Kapazität im Blut. Er gibt Hinweise auf zellulären Stress und hilft bei der Prävention chronischer Erkrankungen.
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Der Oxidative Stresstest misst freie Radikale und antioxidative Kapazität im Blut. Er gibt Hinweise auf zellulären Stress und hilft bei der Prävention chronischer Erkrankungen.
Was ist der Oxidative Stresstest?
Der Oxidative Stresstest ist eine diagnostische Untersuchung, die das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und antioxidativen Schutzmechanismen im menschlichen Körper bewertet. Freie Radikale sind reaktive Sauerstoffverbindungen (engl. Reactive Oxygen Species, ROS), die bei normalen Stoffwechselprozessen entstehen, aber in zu hoher Konzentration körpereigene Zellen, Proteine, Fette und die DNA schädigen können. Übersteigt die Menge der freien Radikale die Kapazität der körpereigenen Abwehrsysteme, spricht man von oxidativem Stress.
Wofür wird der Test verwendet?
Der Oxidative Stresstest wird in der Präventivmedizin, der Funktionsmedizin und zunehmend auch in der klinischen Praxis eingesetzt, um das individuelle Risiko für oxidativen Zellschaden zu bestimmen. Er dient als ergänzende diagnostische Maßnahme bei:
- Chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 und neurodegenerativen Erkrankungen (z. B. Alzheimer-Krankheit)
- Entzündlichen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen
- Anhaltender Erschöpfung, Burnout oder chronischem Stress
- Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands im Rahmen von Gesundheits-Check-ups
- Überwachung von Therapieverläufen, z. B. bei antioxidativer Supplementierung
Wie funktioniert der Test?
Der Oxidative Stresstest wird in der Regel anhand einer Blutprobe (Serum oder Plasma) durchgeführt. In spezialisierten Laboren werden dabei verschiedene Biomarker gemessen, die Aufschluss über das Ausmaß des oxidativen Stresses geben. Zu den häufig bestimmten Parametern gehören:
- MDA (Malondialdehyd): Ein Abbauprodukt der Lipidperoxidation, das als Marker für oxidativen Zellschaden gilt.
- 8-OHdG (8-Hydroxy-2-Desoxyguanosin): Ein Marker für oxidative DNA-Schäden, der im Urin oder Blut gemessen werden kann.
- TBARS (Thiobarbitursäure-reaktive Substanzen): Weitere Indikatoren für die Oxidation von Fettsäuren in Zellmembranen.
- Gesamtantioxidative Kapazität (TAC): Misst die Gesamtheit der antioxidativen Abwehrkräfte des Organismus.
- Glutathion (GSH): Das wichtigste intrazelluläre Antioxidans, dessen Spiegel bei oxidativem Stress sinkt.
- Superoxid-Dismutase (SOD) und Katalase: Antioxidative Enzyme, die freie Radikale neutralisieren.
Diagnose und Interpretation der Ergebnisse
Die Interpretation des Oxidativen Stresstests erfordert medizinisches Fachwissen, da die Werte im Zusammenhang mit der klinischen Situation des Patienten bewertet werden müssen. Erhöhte Marker für oxidativen Stress in Kombination mit einer verminderten antioxidativen Kapazität deuten auf ein Ungleichgewicht hin, das behandlungsbedürftig sein kann. Allein auf Basis des Tests kann keine spezifische Erkrankung diagnostiziert werden; er liefert jedoch wertvolle Hinweise für weiterführende diagnostische Schritte.
Behandlung und Gegenmaßnahmen bei erhöhtem oxidativen Stress
Werden im Oxidativen Stresstest erhöhte Werte festgestellt, stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, um das Gleichgewicht wiederherzustellen:
Ernährung und Lebensstil
- Erhöhte Zufuhr antioxidativer Nährstoffe wie Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin, Selen und Zink
- Reichlicher Verzehr von Obst und Gemüse (z. B. Beeren, Brokkoli, Tomaten)
- Reduzierung von Rauchen, Alkohol und stark verarbeiteten Lebensmitteln
- Regelmäßige, moderate körperliche Bewegung
- Stressmanagement durch Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga
Gezielte Supplementierung
- Glutathion-Vorstufen (z. B. N-Acetylcystein, NAC)
- Antioxidantien wie Coenzym Q10, Alpha-Liponsäure oder Resveratrol
- Anpassung der Supplementierung auf Basis der individuellen Testergebnisse, idealerweise unter ärztlicher Aufsicht
Quellen
- Sies, H. (2015). Oxidative stress: a concept in redox biology and medicine. Redox Biology, 4, 180-183. https://doi.org/10.1016/j.redox.2015.01.002
- Frijhoff, J. et al. (2015). Clinical Relevance of Reactive Oxygen Species in Disease. Antioxidants & Redox Signaling, 23(14), 1144-1170.
- World Health Organization (WHO): Noncommunicable diseases and oxidative stress - global burden of disease report. https://www.who.int
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