Meldonium – Wirkung, Anwendung und Doping
Meldonium ist ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Herzerkrankungen entwickelt wurde. Es beeinflusst den Fettstoffwechsel und wird auch als leistungssteigerndes Mittel missbraucht.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Meldonium"
Meldonium ist ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Herzerkrankungen entwickelt wurde. Es beeinflusst den Fettstoffwechsel und wird auch als leistungssteigerndes Mittel missbraucht.
Was ist Meldonium?
Meldonium (auch bekannt unter dem Handelsnamen Mildronate) ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff, der ursprünglich in der Sowjetunion entwickelt wurde. Es gehört zur Klasse der kardioprotektiven Substanzen und wird vor allem in Osteuropa zur Behandlung von Herzerkrankungen und zur Unterstützung der Herzfunktion eingesetzt. International ist der Wirkstoff vor allem durch seine Aufnahme in die Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) im Jahr 2016 bekannt geworden.
Indikationen
Meldonium wird in einigen Ländern, insbesondere in Russland und den baltischen Staaten, für folgende medizinische Anwendungsgebiete eingesetzt:
- Behandlung von koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris)
- Unterstützung bei Herzinsuffizienz
- Einsatz bei Schlaganfall und zerebraler Durchblutungsstörung
- Behandlung von diabetischen Komplikationen (z. B. Retinopathie)
- Leistungssteigerung bei körperlicher Erschöpfung (in bestimmten Ländern)
In Deutschland, der EU und den USA ist Meldonium nicht als Arzneimittel zugelassen.
Wirkmechanismus
Meldonium hemmt das Enzym Gamma-Butyrobetain-Hydroxylase, das an der Biosynthese von Carnitin beteiligt ist. Carnitin ist ein wichtiges Transportmolekül, das langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien befördert, wo sie zur Energiegewinnung oxidiert werden.
Durch die Hemmung der Carnitin-Biosynthese bewirkt Meldonium:
- Eine Reduktion des Carnitin-Spiegels im Gewebe
- Eine Verlagerung des Energiestoffwechsels von der Fettsäureoxidation hin zur Glykolyse (Zuckerverstoffwechselung)
- Eine verringerte Anhäufung von toxischen Zwischenprodukten der unvollständigen Fettsäureoxidation unter Sauerstoffmangel (Ischämie)
Dieser Effekt soll in Situationen mit reduzierter Sauerstoffversorgung, wie bei Herzischämie, das Herzgewebe schützen (sogenannte Kardioprotektion).
Dosierung und Anwendung
In klinischen Studien und medizinischen Anwendungen wurden folgende Dosierungen verwendet:
- Oral: 500 mg bis 1000 mg pro Tag, aufgeteilt in 1-2 Dosen
- Intravenös: 500 mg pro Tag in akuten Situationen
- Typische Anwendungsdauer: 4 bis 6 Wochen, je nach Indikation
Da Meldonium in vielen Ländern nicht zugelassen ist, sollte es ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und nur dort angewendet werden, wo es legal verfügbar ist.
Nebenwirkungen
Meldonium gilt allgemein als gut verträglich, es können jedoch folgende Nebenwirkungen auftreten:
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen)
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Blutdruckabfall (Hypotonie)
- Allergische Reaktionen (selten)
- Tachykardie (erhöhte Herzfrequenz, selten)
Meldonium im Sport und Doping
Seit dem 1. Januar 2016 steht Meldonium auf der WADA-Verbotsliste für Sportler, da es verdächtigt wird, die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Mögliche leistungssteigernde Effekte umfassen:
- Verbesserte Ausdauerleistung durch optimierte Energiebereitstellung
- Schnellere Erholung nach intensiver körperlicher Belastung
- Mögliche Schutzwirkung auf Muskelzellen unter Belastung
Mehrere Hochleistungssportler, darunter die Tennisspielerin Maria Scharapowa, wurden nach positiven Meldonium-Tests gesperrt. Die wissenschaftliche Evidenz für eine tatsächliche leistungssteigernde Wirkung beim gesunden Sportler ist jedoch noch nicht vollständig belegt.
Rechtlicher Status
Meldonium ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den meisten EU-Ländern nicht als Arzneimittel zugelassen. In Russland, Lettland und einigen weiteren osteuropäischen Ländern ist es hingegen verschreibungspflichtig erhältlich. Der Besitz und die Einnahme ohne ärztliche Verschreibung können rechtliche Konsequenzen haben.
Quellen
- Dambrova M. et al. - Pharmacological effects of meldonium: Biochemical mechanisms and biomarkers of cardiometabolic activity. Pharmacological Research, 2016.
- World Anti-Doping Agency (WADA) - Prohibited List 2016, www.wada-ama.org
- Schobersberger W. et al. - Meldonium use in sports: A review of the current evidence. Sports Medicine, 2017.
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