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Phototherapie – Lichttherapie einfach erklärt

Phototherapie ist eine medizinische Behandlung, bei der gezieltes Licht zur Therapie von Haut- und anderen Erkrankungen eingesetzt wird. Sie findet Anwendung in der Dermatologie, Psychiatrie und Neonatologie.

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Wissenswertes über "Phototherapie"

Phototherapie ist eine medizinische Behandlung, bei der gezieltes Licht zur Therapie von Haut- und anderen Erkrankungen eingesetzt wird. Sie findet Anwendung in der Dermatologie, Psychiatrie und Neonatologie.

Was ist Phototherapie?

Die Phototherapie (auch Lichttherapie oder Fototherapie) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem kontrolliertes Licht therapeutisch eingesetzt wird. Je nach Indikation kommen dabei ultraviolettes Licht (UV-A, UV-B), sichtbares Licht oder spezifische Lichtspektren zum Einsatz. Die Phototherapie wird in verschiedenen medizinischen Fachbereichen angewendet – vor allem in der Dermatologie, der Psychiatrie und der Neonatologie.

Anwendungsgebiete

Die Phototherapie wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt:

  • Dermatologie: Behandlung von Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis (atopische Dermatitis), Vitiligo, Ekzemen und weiteren entzündlichen Hauterkrankungen.
  • Psychiatrie / Neurologie: Behandlung der saisonal abhängigen Depression (SAD, auch Winterdepression), nicht-saisonaler Depressionen sowie von Schlafstörungen und Störungen des Biorhythmus.
  • Neonatologie: Therapie der Neugeborenengelbsucht (Hyperbilirubinämie) durch blaues Licht, das Bilirubin in der Haut abbaut.
  • Weitere Anwendungen: Behandlung von Vitamin-D-Mangel, bestimmten Juckreizzuständen und chronischem Schmerz im Rahmen ergänzender Therapien.

Wie funktioniert die Phototherapie?

UV-Lichttherapie (Dermatologie)

Bei der UV-Phototherapie werden Hauterkrankungen durch gezielte Bestrahlung mit ultraviolettem Licht behandelt. Unterschieden wird zwischen:

  • Schmalband-UV-B (311 nm): Die am häufigsten eingesetzte Form in der Dermatologie. UV-B-Strahlung hemmt das Wachstum von Hautzellen und moduliert das Immunsystem der Haut.
  • UV-A-Therapie (PUVA): Kombination von UV-A-Strahlung mit einem lichtempfindlich machenden Medikament (Psoralen). Durch diese Kombination werden krankhaft veränderte Hautzellen gezielt abgetötet.
  • Breitband-UV-B: Ältere Form, heute weitgehend durch Schmalband-UV-B ersetzt.

Lichttherapie (Psychiatrie)

Bei der psychiatrischen Lichttherapie sitzt der Patient täglich – meist morgens – vor einer speziellen Lichttherapielampe mit einer Lichtstärke von mindestens 10.000 Lux. Das helle Licht beeinflusst die Ausschüttung von Melatonin und Serotonin und reguliert so den zirkadianen Rhythmus (die innere Uhr). Die empfohlene Dauer beträgt in der Regel 20–30 Minuten täglich.

Blaulichttherapie (Neonatologie)

Neugeborene mit erhöhtem Bilirubinspiegel werden unter speziellen blauen Leuchtstofflampen oder mit Lichtdecken behandelt. Das blaue Licht wandelt das in der Haut eingelagerte Bilirubin in eine wasserlösliche Form um, die das Kind über Urin und Stuhl ausscheiden kann.

Durchführung und Ablauf

Die Phototherapie wird in der Regel ambulant in einer Arztpraxis, einer dermatologischen Klinik oder zuhause mit geeigneten Geräten durchgeführt. Typische Aspekte der Behandlung:

  • Behandlungssitzungen beginnen mit kurzen Bestrahlungszeiten, die schrittweise gesteigert werden.
  • Augen und empfindliche Körperstellen werden in der Regel durch Schutzbrillen oder Abdeckungen geschützt.
  • Bestrahlungspläne werden individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt.
  • Bei der PUVA-Therapie muss das Psoralen vor jeder Sitzung eingenommen oder auf die Haut aufgetragen werden.

Wirksamkeit und wissenschaftliche Evidenz

Die Wirksamkeit der Phototherapie ist für zahlreiche Indikationen gut belegt:

  • Bei Psoriasis und Neurodermitis zeigt die Schmalband-UV-B-Therapie deutliche Verbesserungen bei der Mehrzahl der Patienten.
  • Bei der saisonal abhängigen Depression gilt die Lichttherapie als First-Line-Behandlung mit einer Ansprechrate von bis zu 80 %.
  • Bei Neugeborengelbsucht ist die Blaulichttherapie die Standardbehandlung und sehr gut wirksam.

Nebenwirkungen und Risiken

Die Phototherapie ist in der Regel gut verträglich, kann aber je nach Verfahren folgende Nebenwirkungen haben:

  • UV-Therapie: Hautrötung, Juckreiz, Hauttrockenheit, bei Langzeitanwendung erhöhtes Risiko für Hautschäden und Hautalterung. Bei PUVA auch Übelkeit durch das Psoralen möglich.
  • Lichttherapie (Psychiatrie): Kopfschmerzen, Augenreizungen, Schlaflosigkeit bei zu später Anwendung am Tag, selten manische Episoden bei Patienten mit bipolarer Störung.
  • Blaulichttherapie: Leichte Hautreizungen und erhöhter Wasserverlust beim Neugeborenen möglich.

Gegenanzeigen

Nicht alle Patienten eignen sich für eine Phototherapie. Mögliche Gegenanzeigen umfassen:

  • Lichtempfindliche Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes)
  • Einnahme von lichtempfindlich machenden Medikamenten (z. B. bestimmte Antibiotika, Diuretika)
  • Vorgeschichte von Hautkrebs (bei UV-Therapie)
  • Instabile bipolare Störung (bei psychiatrischer Lichttherapie)

Quellen

  1. World Health Organization (WHO) – Ultraviolet radiation and health. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/ultraviolet-radiation
  2. S3-Leitlinie Psoriasis vulgaris – Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), AWMF-Register Nr. 013-001, 2021.
  3. Wirz-Justice A. et al. – Chronotherapeutics for Affective Disorders. A Clinician's Manual for Light and Wake Therapy. 2. Auflage, Karger Verlag, 2013.

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