Mikrobiomsequenzierung – Methoden und Bedeutung
Die Mikrobiomsequenzierung analysiert genetisch die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Körper. Sie liefert wichtige Einblicke in Gesundheit und Krankheit.
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Die Mikrobiomsequenzierung analysiert genetisch die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Körper. Sie liefert wichtige Einblicke in Gesundheit und Krankheit.
Was ist Mikrobiomsequenzierung?
Die Mikrobiomsequenzierung ist eine moderne diagnostische Methode, mit der die genetische Zusammensetzung aller Mikroorganismen in einer Probe – meist aus dem Darm, der Haut oder anderen Körperregionen – analysiert wird. Unter dem Begriff Mikrobiom versteht man die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze, Archaeen), die einen menschlichen Körper besiedeln. Die Sequenzierung erlaubt es, diese Gemeinschaft präzise zu charakterisieren, ohne dass einzelne Organismen im Labor gezüchtet werden müssen.
Methoden der Mikrobiomsequenzierung
Es gibt verschiedene Ansätze, um das Mikrobiom zu sequenzieren:
- 16S-rRNA-Sequenzierung: Diese Methode richtet sich gezielt an ein konserviertes Gen (16S-rRNA-Gen), das in nahezu allen Bakterien vorhanden ist. Sie ermöglicht eine schnelle und kosteneffiziente Identifikation bakterieller Gemeinschaften auf Gattungs- oder Familienebene.
- Metagenomische Sequenzierung (Shotgun-Sequenzierung): Hierbei wird die gesamte DNA einer Probe analysiert. Diese umfassendere Methode liefert Informationen über Bakterien, Viren, Pilze und Archaeen und erlaubt auch Rückschlüsse auf funktionelle Eigenschaften des Mikrobioms.
- Metatranskriptomik und Metabolomik: Ergänzende Verfahren, die aktive Gene (RNA) bzw. Stoffwechselprodukte des Mikrobioms messen und so ein noch vollständigeres Bild der mikrobiellen Aktivität liefern.
Wann wird Mikrobiomsequenzierung eingesetzt?
Die Mikrobiomsequenzierung wird sowohl in der Forschung als auch zunehmend im klinischen Bereich eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Untersuchung des Darmmikrobioms bei Erkrankungen wie Morbus Crohn, Reizdarmsyndrom oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
- Analyse des Mikrobioms in der Onkologie, da das Darmmikrobiom die Wirksamkeit von Krebstherapien beeinflussen kann
- Forschung zu Adipositas, Typ-2-Diabetes und Stoffwechselerkrankungen
- Untersuchung des Vaginalmikrobioms bei Fertilitätsfragen oder Infektionen
- Analyse des Hautmikrobioms bei Erkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis
- Individuelle Ernährungsberatung und präventive Gesundheitsdiagnostik
Ablauf einer Mikrobiomsequenzierung
In der Regel wird eine Stuhlprobe (für das Darmmikrobiom), ein Abstrich oder eine andere biologische Probe entnommen und an ein Speziallabor eingesandt. Dort wird die DNA extrahiert, sequenziert und bioinformatisch ausgewertet. Ergebnisse werden meist in Form von Berichten ausgegeben, die die Zusammensetzung der Mikroorganismen und deren Verhältnis zueinander darstellen.
Klinische Relevanz und wissenschaftliche Erkenntnisse
Ein ausgewogenes Mikrobiom steht in engem Zusammenhang mit einer gesunden Immunfunktion, Verdauung, psychischem Wohlbefinden (Darm-Hirn-Achse) und Stoffwechsel. Studien zeigen, dass Dysbiosen – also Ungleichgewichte im Mikrobiom – mit einer Vielzahl von Erkrankungen assoziiert sind. Die Mikrobiomsequenzierung ist ein wichtiges Werkzeug, um diese Zusammenhänge besser zu verstehen und gezielte Therapien zu entwickeln.
Grenzen und Einschränkungen
Trotz ihrer Möglichkeiten hat die Mikrobiomsequenzierung derzeit noch Grenzen: Ergebnisse können je nach Labor und Methode variieren, und nicht alle Befunde lassen sich direkt in klinische Handlungsempfehlungen übersetzen. Die Interpretation der Daten erfordert bioinformatisches Fachwissen. Für viele kommerzielle Angebote fehlen zudem standardisierte Referenzwerte. Patienten sollten Ergebnisse stets gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen.
Quellen
- Tierney BT et al. - The landscape of genetic content in the gut and oral human microbiome. Cell Host Microbe. 2019.
- Sender R, Fuchs S, Milo R - Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body. Cell. 2016.
- World Health Organization (WHO) - The Human Microbiome and Health. WHO Technical Report, 2022.
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