Impingement-Syndrom: Ursachen, Symptome & Therapie
Das Impingement-Syndrom ist ein schmerzhaftes Schultergelenk-Problem, bei dem Sehnen oder Schleimbeutel eingeklemmt werden. Es verursacht Schmerzen beim Heben des Arms.
Wissenswertes über "Impingement-Syndrom"
Das Impingement-Syndrom ist ein schmerzhaftes Schultergelenk-Problem, bei dem Sehnen oder Schleimbeutel eingeklemmt werden. Es verursacht Schmerzen beim Heben des Arms.
Was ist das Impingement-Syndrom?
Das Impingement-Syndrom (auch Schulterengpasssyndrom genannt) ist eine häufige Erkrankung des Schultergelenks. Dabei werden Weichteilstrukturen – vor allem Sehnen der Rotatorenmanschette und der Schleimbeutel (Bursa subacromialis) – beim Heben des Arms zwischen dem Oberarmknochen (Humerus) und dem Schulterdach (Acromion) eingeklemmt. Dies führt zu Schmerzen, Entzündungen und im Verlauf zu einer eingeschränkten Beweglichkeit der Schulter.
Ursachen
Das Impingement-Syndrom kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Mechanische Überlastung: Wiederholte Überkopfbewegungen, etwa beim Sport (Schwimmen, Tennis, Werfen) oder bei bestimmten Berufen (z. B. Maler, Bauarbeiter)
- Anatomische Besonderheiten: Ein hakengeförmiges oder stark geneigtes Schulterdach (Acromion Typ II oder III) verengt den subacromialen Raum
- Muskuläre Dysbalancen: Schwäche oder Ungleichgewicht der Schultermuskulatur führt zu einer veränderten Stellung des Schultergelenks
- Entzündliche Erkrankungen: Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder Sehnenentzündung (Tendinitis) kann den Raum weiter einengen
- Degenerative Veränderungen: Kalkablagerungen in den Sehnen (Tendinosis calcarea) oder Verschleiß im Alter
Symptome
Typische Beschwerden beim Impingement-Syndrom sind:
- Schmerzen bei der Schulter beim Heben des Arms, besonders zwischen 60 und 120 Grad (sogenannter schmerzhafter Bogen oder „painful arc“)
- Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter, häufig auch nachts
- Ausstrahlende Schmerzen in den Oberarm
- Schwächegefühl in der Schulter
- Eingeschränkte Beweglichkeit, besonders beim Heben und Drehen des Arms
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel vom Arzt oder von der Ärztin durch folgende Maßnahmen gestellt:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Gezielte Bewegungstests wie der Neer-Test oder der Hawkins-Kennedy-Test provozieren typische Schmerzen
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen zeigen knöcherne Veränderungen oder Kalkablagerungen; eine MRT (Magnetresonanztomographie) liefert detaillierte Informationen über Sehnen und Weichteile
- Ultraschall: Ermöglicht eine dynamische Beurteilung der Sehnen und des Schleimbeutels
- Infiltrationstest: Eine Injektion von Lokalanästhetikum in den subacromialen Raum bestätigt die Diagnose, wenn sie die Schmerzen deutlich lindert
Behandlung
Konservative Therapie
In den meisten Fällen wird das Impingement-Syndrom zunächst konservativ behandelt:
- Physiotherapie: Kräftigung und Dehnung der Schultermuskulatur, Verbesserung der Haltung und Schulterstabilität
- Schmerzmedikamente: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Kortison-Injektionen: Lokalinjektion von Kortikosteroiden in den Schleimbeutel zur Reduktion der Entzündung
- Stoßwellentherapie: Besonders wirksam bei Kalkablagerungen in den Sehnen
- Kälte- und Wärmetherapie: Zur Linderung akuter Schmerzen und Entspannung der Muskulatur
- Anpassung der Aktivitäten: Vermeidung auslösender Bewegungen, besonders Überkopftätigkeiten
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen nach etwa drei bis sechs Monaten keine ausreichende Besserung bringen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden:
- Arthroskopische Akromioplastik: Minimalinvasiver Eingriff, bei dem das Schulterdach abgeflacht und der subacromiale Raum erweitert wird
- Bursektomie: Entfernung des entzündeten Schleimbeutels
- Sehnenrekonstruktion: Bei begleitenden Rissen der Rotatorenmanschette
Prognose
Die Prognose beim Impingement-Syndrom ist bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung in der Regel gut. Die meisten Betroffenen erreichen durch Physiotherapie eine deutliche Verbesserung. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie helfen, chronische Schäden an Sehnen und Gelenk zu vermeiden.
Quellen
- Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU): Subacromiales Impingement-Syndrom der Schulter (2017)
- Neer CS 2nd. Impingement lesions. Clinical Orthopaedics and Related Research, 1983; 173:70-77.
- Michener LA, McClure PW, Karduna AR. Anatomical and biomechanical mechanisms of subacromial impingement syndrome. Clinical Biomechanics, 2003; 18(5):369-379.
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