Natürliche Geburt – Ablauf, Vorteile & Tipps
Die natürliche Geburt ist eine vaginale Entbindung ohne medizinische Eingriffe. Sie gilt als physiologischer Geburtsweg und wird von Hebammen und Ärzten begleitet.
Wissenswertes über "Natürliche Geburt"
Die natürliche Geburt ist eine vaginale Entbindung ohne medizinische Eingriffe. Sie gilt als physiologischer Geburtsweg und wird von Hebammen und Ärzten begleitet.
Was ist eine natürliche Geburt?
Die natürliche Geburt, auch Spontangeburt genannt, bezeichnet die vaginale Entbindung eines Kindes ohne wesentliche medizinische Eingriffe wie einen Kaiserschnitt oder den Einsatz von Geburtszangen oder Saugglocken. Sie gilt als der physiologische, also körpereigene Geburtsweg und ist für die meisten Schwangeren ohne Risikofaktoren die empfohlene Geburtsform. Die Geburt wird dabei vom Körper der Mutter durch natürliche Wehentätigkeit eingeleitet und vorangetrieben.
Phasen der natürlichen Geburt
Eine Spontangeburt verläuft in der Regel in mehreren Phasen:
- Eröffnungsphase: Die Wehen beginnen regelmäßig, der Muttermund öffnet sich auf etwa 10 cm. Diese Phase kann bei Erstgebärenden 8–12 Stunden dauern.
- Austreibungsphase: Das Kind wird durch Presswehen durch den Geburtskanal geführt und geboren. Diese Phase dauert typischerweise 30 Minuten bis 2 Stunden.
- Nachgeburtsphase: Die Plazenta (Mutterkuchen) wird ausgestossen. Dies geschieht in der Regel 10–30 Minuten nach der Geburt des Kindes.
Wer begleitet die natürliche Geburt?
Die natürliche Geburt wird medizinisch von einer Hebamme und bei Bedarf von einem Geburtsmediziner oder einer Geburtsmedizinerin begleitet. Die kontinuierliche Betreuung durch eine Hebamme hat nachweislich positive Auswirkungen auf das Geburtserleben und die Sicherheit für Mutter und Kind. Auch die Begleitung durch eine Vertrauensperson, etwa den Partner, ist möglich und wird empfohlen.
Orte der Geburt
Eine natürliche Geburt kann an verschiedenen Orten stattfinden:
- Krankenhaus: Mit direktem Zugang zu medizinischer Notfallversorgung.
- Geburtshaus: Eine hebammengeleitete Einrichtung für risikoarme Geburten.
- Zu Hause: Unter Betreuung einer qualifizierten Hebamme, für geeignete Schwangerschaften ohne Risikofaktoren.
Schmerzmanagement bei der natürlichen Geburt
Bei einer natürlichen Geburt stehen verschiedene nicht-medikamentöse Methoden zur Schmerzlinderung zur Verfügung:
- Atemtechniken und Entspannungsverfahren
- Bewegung und Lagerungswechsel
- Wasseranwendungen (z. B. Badewanne, Geburtspool)
- Massage und Akupunktur
- Hypnobirthing und Visualisierungstechniken
Auf Wunsch können auch medikamentöse Schmerzmittel eingesetzt werden, ohne dass dies den Charakter einer Spontangeburt grundsätzlich ändert. Die Periduralanästhesie (PDA) ist eine häufig gewählte Option zur effektiven Schmerzlinderung unter der Geburt.
Vorteile der natürlichen Geburt
Die vaginale Spontangeburt bietet für Mutter und Kind zahlreiche Vorteile:
- Kürzere Erholungszeit für die Mutter nach der Geburt
- Geringeres Infektionsrisiko im Vergleich zum Kaiserschnitt
- Förderung der Darmbesiedlung des Neugeborenen durch Kontakt mit mütterlichen Bakterien
- Unterstützung des Stillens durch hormonelle Prozesse (z. B. Ausschüttung von Oxytocin)
- Aktive Rolle der Mutter im Geburtsprozess
Wann ist eine natürliche Geburt nicht möglich?
In bestimmten medizinischen Situationen kann eine natürliche Geburt nicht empfohlen werden oder es kann während der Geburt zu einer unvorhergesehenen Umstellung auf einen Kaiserschnitt kommen. Gründe dafür können sein:
- Beckenendlage oder Querlage des Kindes
- Plazenta praevia (Vorliegen der Plazenta vor dem Muttermund)
- Mehrlingsgeburten mit bestimmten Lagebefunden
- Zustand nach mehreren Kaiserschnitten
- Akuter fetaler Distress (Sauerstoffmangel des Kindes unter der Geburt)
- Muttermundstillstand trotz regelmäßiger Wehen
Vorbereitung auf die natürliche Geburt
Eine gute Vorbereitung kann das Geburtserleben positiv beeinflussen. Empfohlen werden:
- Geburtsvorbereitungskurse für Schwangere und Partner
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Mutterschaftsvorsorge)
- Beckenbodentraining zur Unterstützung des Geburtskanals
- Informationsgespräche mit der betreuenden Hebamme
- Erstellung eines Geburtsplans zur Kommunikation der eigenen Wünsche
Quellen
- World Health Organization (WHO): WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. Geneva: WHO, 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin. AWMF-Register Nr. 015-083. Berlin: DGGG, 2020.
- Sandall J, Soltani H, Gates S, Shennan A, Devane D: Midwife-led continuity models versus other models of care for childbearing women. Cochrane Database of Systematic Reviews 2016, Issue 4. DOI: 10.1002/14651858.CD004667.pub5
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